Sonntag, 11. August 2013

xxxFUNKEL RAUSxxx

Yo,

die 2. Pokalrunde gegen den FC Illertissen wurde in Augsburg mehr oder weniger überzeugend gewonnen. Aber das WIE interessiert bald keinen mehr, spätestens wenn die magische Sportgemeinde nächstes Jahr in Berlin den DFB-Pokal errungen haben wird, hüstel. A propos Berlin: Bernd Mörser und meine Wenigkeit hatten uns in der Bundeshauptstadt eingefunden, um hautnah dem ersten Spiel der Eintracht beizuwohnen:

In aller Herrgottsfrühe aufzustehen ist an einem Werktag schon recht grausam aber an einem Wochenende? Die Abscheu, die ich dafür empfinde, kann ich gar nicht in Worte fassen und mir kommt unweigerlich "Ich will nicht nach Berlin" von KRAFTKLUB in den Sinn. Nun ja, maulen hilft da nicht, schließlich ist dieses Schicksal selbst gewählt und so schälen wir uns zu einer gottlosen Uhrzeit aus unseren Kojen, fröhnen etwas unmotiviert der Körperpflege und machen uns dann auf den Weg zum Hauptbahnhof der ja bekanntlich sein 125-jähriges Jubiläum feiert. Eigentlich wollen wir noch ins Gleis 25 und einen schnellen Schoppen einnehmen aber ein kurzer Blick auf die Uhr gibt uns zu verstehen, dass wir für dieses Vorhaben schlichtweg zu spät sind. Schade, das nächste mal vielleicht. Nichtsdestotrotz erwerben wir ein paar Schoppen to go und ein paar Schritte später sind wir auch schon am Bus, der uns nach Berlin bringen wird. Ein paar gemurmelte "Guten Morgen" hier, ein paar bekannte Gesichter dort und schon setzt sich unser Reisegefährt bei langsam aufkommender Helligkeit in Bewegung.

Freunde, immer der Sonne entgegen!
Und so rollen wir gemächlich durch die Landen, die Sonne klettert immer weiter am Firmament empor und langsam erwachen auch die Mitinsassen aus ihrem zweiten Schlaf, der zweifellos der frühen Abfahrt geschuldet sein dürfte. Um die dämmernde Stimmung etwas nach oben zu pushen, entschliesst sich der Busfahrer dazu, die gesamte Discographie aller Eintrachtsongs aufzulegen was allerdings niemanden so wirklich vom Hocker reisst. Liegt wohl daran, dass die Songs auf jeder Auswärtsfahrt bis zum geht nicht mehr gespielt werden. Lediglich ein Song, der vom Sänger in Englisch und Deutsch intoniert wird, sorgt dann doch noch für Erheiterung. Die Textteile "Wir lieben es, unsere Mannschaft auswärts zu unterstützen" wird vom Sänger geschmeidig "We love to support our Team away" übersetzt. Herrlich. Ansonsten bleibt die Stimmung auf der kilometerintensiven Fahrt auf angenehmen Kaffeefahrtniveau.

Gegen 14 Uhr erreicht dann unsere Reisegruppe schlussendlich die Bundeshauptstadt und nach kurzer Parkplatzsuche geht es auch schon los zum Olympiastadion, dass im fussläufigen Bereich liegt. Was gleich auffällt, ist die angenehm lockere, entspannte Atmosphäre, was ja nicht bei allen Auswärtsspielen gegeben ist. Überall stehen Einrachtler mit Herthanern zusammen, plauschen beim Bierchen oder geniessen einfach nur die Sonne, die nicht allzu heiß vom Himmel scheint.

Da isses: Das Olympiastadion
Was da so alles rumsteht...
Die Uhr zeigt mittlerweile an, dass es noch eine knappe halbe Stunde bis zum Anpfiff ist und so machen wir uns auf zu unseren Plätzen. Der Einlass geht freundlich und flott von statten, die Kurve füllt sich nun auch nach und nach und wird dabei überwiegend in ein sattes schwarz-rot gehüllt. So muss es sein. Auf der Gegenseite offenbart sich ein imposanter Blick auf das weite Stadionrund, das nach und nach von den Herthanern in Beschlag genommen wird.

So langsam füllt es sich...

Kurz vor Anpfiff macht sich unsere Kurve schon mal stimmungstechnisch warm und dann geht das erste Saisonspiel auch schon los. Die Hertha zeigt gleich von Anbeginn, dass sie mehr als nur mitspielen will und bringt die SGE in der ersten Viertelstunde mit 2 Lattentreffern gehörig in Verlegenheit. Mir schwant dabei nichts gutes. Eigentlich sollte man meinen, dass solche Situationen so etwas wie der viel zitierte "Schuß vor den Bug" sind aber die Eintracht lässt sich weiterhin an die Wand spielen und kommt nur selten gefährlich vor das Tor der Gastgeber. So etwas rächt sich ja für gewöhnlich im Fussball (wo ist das Phrasenschwein?) und so kommt es wie es kommen muss: Es klingelt gleich zweimal im Eintrachtkasten (Ramos, 17. Minute und Brooks 40. Minute). Bei beiden Toren sieht die Abwehr der Eintracht wie eine behäbige Thekenmannschaft aus, die mit einfachen Pässen ausgehebelt wird. Danach scheint dann doch mal der Groschen gefallen zu sein und die SGE besinnt sich wieder aufs Fussballspielen und übt nun ihrerseits mehr Druck auf die Berliner aus, die damit auch ihre Nöte dabei haben. Als Lohn bekommt die Eintracht einen Strafstoss zugesprochen, der von Meier (wer sonst bitteschön?) souverän verwandelt wird. Zuvor wurde Rosenthal von Ramos ungelenk im Strafraum von den Beinen geholt. Kurz darauf ertönt der Pfiff zum Pausentee und wir reden uns ein, dass hier vielleicht noch was geht. Nur noch 2:1 für die Hertha. Wäre doch gelacht.

Aber die bittere Realität holt uns nach dem Wiederanpfiff wieder ein. Zwar stellt Veh auf das altbekannte und -bewährte Spielsystem der Vorsaison um aber daraufhin klappt rein gar nichts mehr im Frankfurter Spiel. Die Berliner schalten und walten nach belieben und schenken Trapp ein ums andere mal ein Tor ein während die Abwehrspieler zu Pappkameraden degradiert werden. Die Schimpftiraden von Benni neben mir erfolgen nun im Staccato-Stil während ich nur noch lachen kann. Am Ende steht es dann 6:1 für den temporären Spitzenreiter und wir machen uns auf den Weg zum Bus. Benni ist merklich angepisst und nimmt analytisch das Spiel auseinander während ich nur gelegentlich meinen Senf dazu gebe. Man kennt ja seine launische Diva.

Auf der Rückfahrt nach Francoforte herrscht dann merkwürdigerweise eine bessere Stimmung als auf der Hinfahrt und als die Meldung kommt, dass die SGE im Pokal gegen den VFL aus Bochum ran darf, keimt bei allen so etwas wie eine "Jetzt erst recht"-Mentalität auf. Bei mir sowieso...

xxxKings Of The Roadxxx
Musikalische Untermalung für die Auswärtsfahrt:
KRAFTKLUB-"Ich will nicht nach Berlin"

Keine Kommentare:

Kommentar posten