Sonntag, 12. Mai 2013

xxxNUR NOCH VERBOTExxx

Yo,

die 50. Bundesligasaison geht mit Riesenschritten in die heiße Endphase (Endkampf, Stimmung!) und die magische SGE hat noch alle Chancen, die unverhofft gute Saison mit dem erreichen des internationalen Geschäftes (UEFA-Cup oder gar Champions League) zu krönen. Aber vorher musste die Eintracht bei den abstiegsgefährdeten Werderanern aus der Hansestadt Bremen ran und diese Begegnung stand von Anfang an unter keinem guten Stern. In der Faninfo der Bremer wurde darauf hingewiesen, dass das mitbringen eines "vollwertigen Xylophons" in den Frankfurter Block absolut untersagt sei (siehe Pressemeldung bei hr-online):

Frechheit. Aber so was von...
Unverschämt, das. Und diese unmenschliche Massnahme hatte dann auch noch Erfolg. Die Bremer begannen enorm aggressiv und liessen der Eintracht, die aufgrund der fehlenden musikalischen Unterstützung recht lethargisch wirkten, kaum an den Ball kommen. Kein Wunder, würde mir schließlich genauso gehen. Und so kam es dann auch, wie es kommen musste: Ein schneller Vorstoß der Bremer wurde von de Bruyne verwertet, der den Ball am chancenlosen Nikolov zum 1:0 vorbeischob. Ungeheuerlich! Naja, immerhin war das eine Art Weckruf für die Sportgemeinde, die nun die Initiative ergriff und Druck auf die Bremer ausübten und folgerichtig den Ausgleich durch Lakic kurz nach der Pause erzielen konnten. Nun wackelte Werder bedrohlich aber durch die fehlenden Melodien des verbotenen Xylophons konnten die Frankfurter nicht komplett in die Vollen gehen und es blieb schlussendlich beim 1:1 Unentschieden.

Tja, somit wurde der Eintracht eindeutig die Chance auf eine gute Ausgangsposition im Kampf um die internationalen Startplätze genommen und ich prangere solche unlauteren Massnahmen hiermit lautstark an. Eine Gemein- und eine noch größere Frechheit ist das. Pfui!

Sonntag, 5. Mai 2013

xxxDIESER SLAYERTYPxxx

Yo,

der Bock ist nach dem 3:1 Heimsieg gegen die Düsseldorfer Gurkentruppe zur Hälfte umgestoßen und das internationale Geschäft ist in greifbarer Nähe. Wie es dazu kam, gibt es nun exklusiv nur auf diesem Blog zu lesen. Ich schwör...

"Wat? Schon wieder Regen? Für was zahle ich eigentlich Steuern?" Leicht genervt werfe ich mir eine Jacke über und mache mich auf den Weg, um den Bernd standesgemäß am Hauptbahnhof abzuholen Der steht schon Gewehr bei Fuß und schon geht es wie gewohnt ans Oberforsthaus. Auf der Fahrt dorthin kommen wir auf den tragischen Tod des SLAYER-Gitarristen Jeff Hannemann zu sprechen und Bernd meint trocken: "Ist das nicht dieser SLAYER-Typ?" Bei einigen Mitpassagieren macht sich blankes Entsetzen breit und Bernd wird für die restliche Fahrt zum Gespött was er aber mit Humor nimmt. An der Forsthaustrinkhalle sind auch schon die üblichen Verdächtigen zugegen und die Stimmung ist trotz des vermaledeiten Regen wunderprächtig, was an den diversen Kaltgetränken und den Erinnerungen an die Auswärtsfahrt nach Mainz Mayence liegen dürfte.

Leicht beschwingt machen wir uns eine knappe halbe Stunde auf Richtung Stadionschüssel und mir fällt mal wieder auf, wie sehr mir der ungeteerte Weg bei Regenwetter auf den Geist geht. Schon ab ein paar Regentropfen wird er Gang zum Stadion zum Slalomlauf. Naja, dafür mogeln wir uns wieder charmant (blaue Augen öffnen für gewöhnlich alle Türen, hüstel) durch die ellenlange Warteschlange und ersparen uns so die lange Wartezeit.

Als wir dann endlich am Waldstadion eintrudeln verteilt sich unsere Meute auf die Blöcke und just in time nehme ich meinen angestammten Platz ein. Sekunden später ertönt der Anpfiff und gleich zu Beginn übt die magische SGE gut Druck auf die Düsseldorfer Fortuna aus und erspielt sich nach einer guten Viertelstunde die erste Großchance des Spiels, die Meier allerdings knapp am Gehäuse vorbei platziert. Die Gäste scheinen nun etwas wacher und versuchen sich, aus der Frankfurter Umklammerung zu lösen aber Meier nutzt seine zweite  Chance zur Führung, als er einen Abpraller des Keepers eiskalt verwandelt. "Yes, geht doch" denke ich mir und bin erleichtert. Im Vorfeld hatte ich nämlich eine stärkere Fortuna erwartet aber die Eintracht hat heute spielerisch sowie kämpferisch alles im Griff und kombiniert sich munter durch die Düsseldorfer Reihen.

In der zweiten Hälfte muss Jung nach wenigen Minuten verletzungsbedingt vom Platz und Celozzi nimmt seinen Platz dafür ein. Prompt fällt dann das 2:0, als Lakic nach langer Durststrecke einen Eckball von Inui mit dem Kopf verwertet. Jubel, Trubel, Heiterkeit und ich bin mir sicher, dass es die Entscheidung ist. Von wegen. Die Eintracht will ab jetzt nur noch die Führung verwalten, was die Fortunen wieder ins Spiel kommen lässt. Die Quittung dafür kommt in Gestalt von Schahin, der mit einem Wuchtschuss den Ball an Nikolov ins Tor befördert. Jetzt droht das Spiel zu kippen und die Anspannung ist förmlich greifbar. Die Minuten bis zum erlösenden Abpfiff scheinen ewig zu dauern und ich befürchte Schlimmes aber Meier hat ein Einsehen: Er nimmt den Ball an der linken Strafraumgrenze in Empfang, nimmt kurz Maß und zirkelt das Leder über den Keeper ins rechte Eck. Wahnsinn! Die Anspannung fällt von uns ab und nachdem der Schiedsrichter ein paar Minuten später das Spiel abpfeift ist der Sieg auch endlich im Sack.

Ausnahmsweise mal nach Abpfiff
Geht doch!
Wir bleiben noch ein bisschen, schauen der Mannschaft beim feiern zu und machen uns dann auf, um den Gang zurück zum Oberforsthaus anzutreten. Mittlerweile hat die Sonne die Regenwolken weggeboxt und so machen wir es uns auf den Bierzeltgarnituren des Oberforsthaus gemütlich, um den Spieltag gemütlich ausklingen zu lassen...

Wochenendmusik:
SLAYER-Discographie

Montag, 29. April 2013

xxxAUF NACH MAYENCExxx

Yo,

früher war es üblich, dass die ganze Familie sich ins Auto geschmissen hat und zu einem Ausflug aufgebrochen ist um die Sehenswürdigkeiten im Umkreis zu erkunden. Dementsprechend war meine Wenigkeit auch schon mal in Mainz zugegen aber besondere Erinnerungen habe ich nicht mehr daran. Ich gehe mal stark davon aus, dass es stinklangweilig war, was man vom gestrigen Road Boat Trip nach Mayence (kicher) aber glücklicherweise nicht behaupten kann...

An einem Sonntag um 08:00 Uhr aufzustehen, ist bekanntlich alles andere als erquickend aber für eine Bootsfahrt nimmt man das ja gerne mal in Kauf. Ich fröhne schnell aber gründlich der morgendlichen Körperreinigung und mit Apfelwaffeln bewaffnet mache ich mich auf in Richtung Eiserner Steg, an dem die Schiffe vor Anker liegen, die uns später nach Mainz bringen sollen. Kaum am Anlegeplatz angekommen, fängt mich der Gallinger ab und zusammen entern wir die "Wappen von Frankfurt", die laut der Schiffahrtsgesellschaft das Salonschiff darstellt, welches obendrein mit drei herrlichen Sonnendecks ausgestattet ist. Zwar lässt uns die Sonne heute sträflich im Stich aber dafür lockt uns das herrliche Musikangebot der Bembelbar auf das hintere Deck. Beim Auslaufen wird standesgemäß Wagner gespielt um kurz darauf mit dem Theme von "Das Boot" langsam in Richtung Westhafen zu fahren. Spätestens jetzt dürfte auch beim allerletzten Passagier die Müdigkeit verschwunden sein und es wird bei guter Bewirtung ausgiebig gebabbelt sowie gefeiert und so manch einer legt nebenbei eine muntere Sohle aufs Parkett.
Sonnendeck ohne Sonne
Kolonne
Nach knapp vier Stunden legen wir dann in Mainz an und werden von einer Scharr Ordnungshütern gebeten, sogleich in die für uns bereit stehenden Shutllebusse zu steigen und auf einen Spaziergang durch die Innenstadt zu verzichten. Immerhin ist heute ver(kauf)soffener Sonntag in der Stadt und da möchte man wohl auf den brandschatzenden Pöbel verzichten. Nun gut, wir fügen uns den Herrschaften und besteigen den Partybus, der uns zielstrebig zum Stadion, der sogenannten Coface Arena chauffiert. Kaum angekommen stehen wir buchstäblich im Nichts, da das Stadion einfach in die Einöde geballert wurde. Aber wir wissen uns ja zu beschäftigen und innerhalb weniger Minuten bildet sich eine wilde Menschentraube zwischen den Fanbussen, die sich dem faxen machen verschrieben hat. Ein Riesenspaß, mit dem gekonnt die Zeit bis zum Abpfiff totgeschlagen wird.

Wat? Das ist doch kein Stadion!
Gegen 15 Uhr entern wir das Fitze-Fatze Stadion (Coface Arena erschien uns dann doch zu blöd) und werden Zeuge einer Choreo der Mainzer Heimfans. Not bad aber die affige Klatschpappenunterstützung und der grauenhafte Stadionsprecher sorgen für einen deftigen Abzug in der B-Note. Dann pfeifft der Unparteiische das "Derby" an und wir werden Zeuge einer eher mauen Partie, die von der taktischen Disziplin beider Mannschaften geprägt ist und Torraumszenen Mangelwaren sind. Lediglich Russ sowie Meier haben kurz vor der Pause die Möglichkeit zur Führung, die aber ungenutzt bleiben.

Mainzer Choreo...
...Frankfurter Choreo
Nach dem Wiederanpfiff klingelt es sogleich in Nikolovs Kasten aber Glück im Unglück: Shawn Parker steht einen Hauch im Abseits. Die 05er gehen jetzt deutlich couragierter zur Werke und Veh sieht sich gezwungen, sein Team umzustellen. Die blass gebliebenen Aigner und Inui werden durch Lakic und Occean ausgewechselt, der dann prompt zu zwei guten Chancen kommt, die er aber wie so oft in dieser Saison vergeigt. So bleibt es dann beim leistungsgerechten Unentschieden (5 Euronen ins Phrasenschwein) und so machen wir uns gemächlich auf die Socken zu den Shuttlebussen, die uns nach kurzer Überlandfahrt am Hauptbahnhof wieder ausspucken. Wie schon am Hafen haben sich hier zahlreiche Ordnungshüter versammelt, um uns zur S-Bahn zu dirigieren, die erst in einer guten Stunde losfährt. "Ja danke aber nein danke" denken wir uns und wir wurschteln uns mit treuherzigen Augenaufschlag durch die Polizeikette und kriegen just in time den ICE nach Frankfurt, der uns in Beinahelichtgeschwindigkeit (und für 15 Euronen) nach Francoforte bringt. Rechtzeitig zum Tatort...

Montag, 22. April 2013

xxxVÖLKERVERSTÄNDIGUNGxxx

Yo,

auch ich irre mich mal gelegentlich. Am Samstag zum Beispiel, als ich tatsächlich der festen Überzeugung war, dass die Eintracht gegen Schalke die nächste Niederlage einfährt aber bekanntlich war dem nicht so:

"Wo ist eigentlich die Sonne der letzten Tage hin?" grantele ich so vor mich hin, als ich mich für das Spiel fertig mache und das Thermometer mir dabei mitteilt, dass mit Höchstwerten von 11 Grad zu rechnen ist. Also wieder nix mit T-Shirt und rein in die Jacke. Dann geht es auch schon raus und der gewohnte Weg zum Hauptbahnhof wird eingeschlagen. Dort laufe ich prompt einer Horde junger "Männer" in die Arme, die verkleidet auf dem Weg in die City ist, um einen Junggesellenabschied zu zelebrieren. Bah, maximale Verachtung für diese Brut. Und da sag noch mal einer, dass Fussballfans asozial sind. Zu meiner Rettung kommt auch schon der Bernd um die Ecke und erlöst mich und meine Augen von dieser "Gesellschaft" und auf gehts zum Oberforsthaus. In der Tram fallen wir dann allerdings in die Fänge eines Herren, den man als sehr kommunikativ beschreiben könnte. Auf der gesamten Fahrt und noch am Oberforsthaus erzählt diese Klatschbase, wie toll und super es doch früher war und wen er alles bei der Eintracht kennt. Gähn, ich ertrage es stillschweigend während der Bernd an der Ein-Mann-Show seine helle Freude hat aber irgendeine höhere Macht hat dann irgendwann Mitleid und sorgt dafür, dass es den Herren zum Stadion zieht. In diesem Moment kommt dann auch endlich mal die Sonne zum Vorschein und zu uns gesellen sich zwei holländische Schalkefans, die uns sofort in eine zotige Unterhaltung einbinden. Der Spaß kennt quasi keine Grenzen und der Ebbelwoi wird von einem der Schalker auch gleich fachmännisch bewertet: "Schmeckt besser als Kotze".

Dann heißt es irgendwann Abschied nehmen und wir traben zum Gleisdreieck. Unterwegs gabeln wir noch Tim auf und am Gleisdreieck komplettiert Axl und seine ehrenwerte Mutter unsere traute Runde. Viel Zeit zum Quatschen bleibt uns wie immer nicht und schon geht's ab in den Block, in dem der Toni schon auf uns wartet. Auch hier wieder ein großes "Hallo", der Polizeichor und die Mannschaftsaufstellung wird routiniert intoniert und schon rollt der Ball.

Zunächst haben die Gäste aus Gelsenkirchen mehr vom Spiel und die Chancen auf seiner Seite aber der ewige Oka hält bravourös gegen Bastos und Draxler. Wie singt Tim immer so schon: "Oka Nikolov-ein verrückter Typ". Damit gehe ich doch 100% d'accord. Nach einer guten Viertelstunde kommt dann die magische Sportgemeinde besser ins Spiel und hat durch den Youngster Stendera die erste Großchance aber die Latte vereitelt den ersten Torerfolg im zweiten Spiel. Puh, das wär' ja was gesesen. Keine fünf Minuten zeigt dann der Unparteiische auf den Elfmeterpunkt vor Nikolov's Kasten. Zuvor haben die Schalker einen Freistoß in die Frankfurter Mauer gedübelt und Aigner hat angeblich den Ball im Strafraum mit der Hand berührt. Nun ja, sowas kennt man ja bereits. Als Bastos zum Strafstoß antritt, halten alle in der Kurve die Luft an und als der Schütze an Nikolov scheitert, gibt's schier kein halten mehr. Ha, jetzt geht was. Das Spiel wird nun munterer mit Gelegenheiten auf beiden Seiten aber das 1:0 fällt dann für die Eintracht: Stendera bedient mit einer seinen scharf getretenen Flanken Marco Russ und der braucht nur noch den Schädel hinzuhalten, damit das Leder im Netz zappelt. Geil, ein Tor kurz vor der Pause ist immer gut.

Wie immer das gleiche Bild. Nur diesmal aus leicht veränderter Perspektive...
Nach dem Seitenwechsel investieren die Schalker nun deutlich mehr in die Offensive aber Nikolov wirft sich in jeden Schuss, hält ein um das andere mal und somit auch schlussendlich den Sieg der SGE fest. Das der Sieg gefeiert werden muss, steht natürlich ausser Frage und so tauchen wir in das Frankfurter Nachtleben ein...

Montag, 15. April 2013

xxxWIE IMMER EIGENTLICHxxx

Yo,

Menschenskinder! Was ist das für ein Kaiserwetter. Da wäre ein Sieg in der Fuggerstadt Augsburg das i-Tüpfelchen gewesen aber bekanntlich kam es dazu nicht. Und das einzige, was man dieser Niederlage hinzuzufügen hat, ist: "Wie immer eigentlich". Ganz genau. Denn immer wenn es um etwas geht, setzt es eine Niederlage gegen einen Gegner, der in den Niederungen der Tabelle dümpelt. Tja, der Beiname "Launische Diva" kommt eben nicht von ungefähr.

Damals und so...
Nun ja, so ein Spiel, in dem die Eintracht wie eine "Schülermannschaft" auftritt, hat auch sein gutes. Dann fällt der Spielbericht nämlich recht übersichtlich aus:

Fehlpass Eintracht-Konter Augsburg- Tor bzw. Torchance für Augsburg

Damit wäre auch schon alles geschrieben (ausser vielleicht, dass die Eintracht mit einem 0:2 noch gut bedient ist angesichts der Fülle von Torchancen für die Gastgeber). Wer einen ausführlichen Bericht über das Elend lesen möchte, muss sich bei den hiesigen Medien bedienen. Oder vielleicht schreibt Invader Ace ja einen Erlebnissbericht. Schließlich weilte ja das gesamte Wochenende in Augsburg...

Donnerstag, 11. April 2013

xxxAUF INS RÜBEZAHLxxx

Yo,

im schönen Frankfurt am Main gibt es Lokalitäten zuhauf, in denen sich man ein gepflegtes Pils bzw. einen gepflegten Sauergespritzten zu Gemüte führen kann. Tja und da es so viele sind, gibt es hier (und nur hier...schwör alta) in loser Reihenfolge einen Testbericht über die Lokalitäten, die wir mit unseren Besuch beehrt haben. Allerdings soll der Fokus hierbei eher auf die "klassischen" Kneipen liegen und nicht auf den Etablisements, in denen man für sein Pils 10 Euronen latzen muss. Also ab dafür...

Den Anfang macht das "Cafe Rübezahl", dass sich von der B-Ebene der Bahnstation der Konstablerwache befindet. Zugegeben, dieser Hauptverkehrsknotenpunkt ist alles andere als behaglich und immer wenn ich am "Cafe Rübezahl" vorbei ging, kam es mir wie eine dieser typischen Raucherkneipen vor, die im Inneren Qualmverhangen ist und die Gäste trostlos vor ihrem Bier hängen oder schweigend ihr Geld in den Spielautomaten stecken. Nichtsdestotrotz entschieden wir (Marius Machete und meine Wenigkeit) uns für einen kurzen Abstecher in diese Kneipe, nachdem wir schon ein Bier in einer nahen Trinkhalle genossen hatten. Vielleicht war dadurch auch die Hemmschwelle dementsprechend niedrig.

Kurz nachdem wir das "Rübezahl" betreten hatten, gab es die erste Überraschung: Kaum Qualm in dem Laden (trotz mehrerer Raucher). Also suchten wir uns erstmal einen Platz direkt am Fenster (sehen und gesehen werden) und bestellten bei der Inhaberin erstmal ein lecker Pils, das von ihr liebevoll gezapft wurde. Liebevoll dürfte sowieso die Bezeichnung sein, die am besten auf diese Dame zutrifft. Kaum war das Bier alle, stand schon ein Herrengedeck auf unserem Platz und dabei waren wir noch nie in dem Schuppen gewesen. Obendrein spendierte sie uns noch ein paar flotte Sprüch obendrein. Auch die Gäste sind alles andere als schweigsam, denn schon nach kurzer Zeit wird man nett angequatscht und man ist in eine unterhaltsamen, wenn auchn etwas zotige Konversation involviert.

Dabei wollte ich gar keinen Schnaps...
Kommen wir nun zum Interieur: Dunkles Holz mit dunklen Bezug schmücken das "Rübezahl" und beides würden sicherlich die ein oder andere Auffrischung gut vertragen aber auch so ist diese Kneipe urgemütlich. Wir kommen wieder.
Bewertung:
  • Lage: 3 von 5 Sternen. Zwar ist die Konsti alles andere als heimelig aber wenn man aus dem Fenster schaut, wird man schnell Zeuge kurioser Situationen.
  • Bedienung: 5 von 5 Sternen. Wie schon im Bericht angemerkt ist die Besitzerin mit Leib und Seele dabei und bewirtet ihre Kundschaft mit muttihaftem Charme.
  • Interieur: 3 von 5 Sternen. Einrichtung wie sie halt in typischen Pilskneipen usus ist: Robust und zweckmässig. Einen Design-Award wird man damit sicherlich nicht gewinnen aber darauf kommt es auch nicht an.
  • Preise: Keine Ahnung, da wir nur Bier getrunken haben aber es dürfte sich so im Mittelfeld des Stadtniveaus befinden.
  • Publikum: 4 von 5 Sternen. Hier dürfte wohl so ziemlich alles vertreten sein, was in Frankfurt umherläuft: Spieler, Arbeiter, die gerade Feierabend gemacht haben, Jugendliche und eine Dirne war auch dabei. Also eine kunterbunte Mischung.
  • Extrastern: Den gibt es dafür, dass man hier die Spiele der magischen SGE schauen kann.

Montag, 8. April 2013

xxxMEISTERLICHES HANDSPIELxxx

Yo,

die meisten Statusmeldungen bei Facebook sind in der Regel nicht die Mühe wert, wiedergegeben zu werden. Allerdings musste ich bei einer herzlich laut lachen, als ich sie letzte Woche zu Gesicht bekam: "Hat irgendjemand noch 2-3 Karten für das Bayernspiel?". Ja ne, ist klar. Vor allem die darauffolgenden Kommentare waren Gold wert. Nun ja, jetzt ist mir auch die Überleitung zum Bayernspiel im Stadtwald  gelungen. Ab dafür...

Mmmh, die Wetter-App meines Wischtelefons zeigt bescheidene 7° Grad und mir stellt sich mal wieder die Frage: "Was zur Hölle soll ich anziehen?". Ich entscheide mich für die luftige Variante (T-Shirt und Jacke) und begebe mich frohen Mutes zur S-Bahnhaltestelle an der Taunusanlage. Dort fällt mir mal wieder auf, dass noch immer an einer Stelle Wasser aus einem Riss aus der Decke auf die Schienen tropft und ich fast schon zwangsläufig an einen Katastrophenfilm aus den frühen 80ern denken muss, der in einem U-Bahntunnel spielt. In jenem Streifen wird der Tunnel durch eine riesige Welle durchspült und reißt so ziemlich alles und jeden ins Verderben. Die ankommende Bahn holt mich wieder aus meinem Tagtraum und bringt mich trockenen Fusses zum Hauptbahnhof. Hier muss ich dann erstmal den angesoffenen und schnurrbarttragenden Bayernfans (auch die Frauen) mit einem sehenswerten Slalomlauf aus dem Weg gehen und mit einem rekordverächtigen Endspurt erreiche ich noch die Tram zum Oberforsthaus. Puh, da macht sich das Joggen ja endlich mal bezahlt.

xxxMy Home Is My Castlexxx
Am Oberforsthaus ist irgendwie niemand aus meinem Bekanntenkreis zu sehen. Egal, mit flüssiger Wegzehrung geht's weiter zum Gleisdreieck, an dem in Kürze auch der ehrenwerte Herr Brenner und Fabian eintreffen müssten. Dem ist natürlich nicht so aber dafür läuft mir Simon Gosejohann von Comedy Street am Ultrascontainer über den Weg. Irgendwie ulkig, in natura sieht der Gute noch verpeilter aus.

Tatsächlich...
Dann plötzlich ein elektronisches Lebenszeichen vom Herrn Brenner. Beide stehen schon vorm Block im Stadion und ich warte mir hier einen Wolf. Also flux durch die "harten" Kontrolle geschlüpft, bei der ich mir vorkomme, als wolle mich der Kontrolletti lediglich abstauben. Dabei fällt mir wieder ein, wie unsere Dozentin in der Ausbildung zum Krankenpfleger uns die GKW (Ganzkörperwaschung) erklärte: "Sie können den Patienten ruhig etwas fester waschen. Sie wollen ihn ja nicht nur abstauben". Ach ja...aber bevor ich komplett in Erinnerungen versinke, winkt mich Herr Brenner hektisch zu sich herüber, der mich schon von weitem gesichtet hat. Bei einer gepflegten Hopfenkaltschale wird über die Vor-und Nachteile von türkischstämmigen Friseuren (bin Fan) diskutiert bis uns die Uhr zum Aufbruch mahnt. Man verabschiedet sich schweren Herzens aber kaum habe ich den Block betreten, wird mein Herz auf eine wundersame Art und Weise wieder leicht. "Heute geht was" denke ich mir und auch meinen Platznachbarn kann man den Optimismus förmlich ansehen.

Wie immer halt, worre?!
Nach dem Anpfiff nimmt sogleich der designierte Meister das Heft in die Hand, der anders als von einigen "Expetrten" vermutet, nicht mit einer sogenannten B-Elf antritt, da man ja schließlich nichts dem Zufall überlassen will. Doch zunächst steht die Glücksgöttin auf der Seite der SGE, als Shaqiri nach zehn gespielten Minuten einen Schuß an den Innenpfosten brettert und der Ball wieder zurück ins Feld springt. Puh, das war denkbar knapp. Die Bayern präsentieren sich dann weiterhin als ein bisschen abgewichster als die SGE aber zur Führung reicht es dann doch nicht. Selbst das Elfmetergeschenk von dem in die Startelf zurückgekehrten Russ (Foul an Müller) wird nicht angenommen, als Alaba den Strafstoß an den Aussenpfosten setzt. Die Eintracht hingegen konzentriert sich hauptsächlich auf die kämperische Defensive und setzt dafür hier und da gezielte Nadelstiche in Gestalt von Inui aber auch hier gibt es nicht zählbares zu verzeichnen.

Kurz nach dem Wiederanpfiff legt der FCB ein paar Gänge zu und macht nach sieben Minuten zappelt dann der Ball in Oka's Kasten: 0:1 durch Schweinsteiger. Kurzer Schock bei uns, der dann mit einem lauten und kollektiven "EIIINTRAAAACHT" beiseite gewischt wird. Es kommt ein ähnlicher Spirit wie beim Heimspiel gegen Dortmund (3:3) auf, als jeder an den Ausgleich geglaubt hat und irgendwie scheint das auch auf die Eintracht abzufärben: Die Mannschaft tritt nun mutiger auf und fängt an, den Rekordmeister unter Druck zu setzen. Das 1:1 liegt förmlich in der Luft aber Lakic vergeigt in bester Jan Furtok-Manier freistehend vor Neuer den Ausgleich. Die Spannung ist nun förmlich greifbar und als Dante im Strafraum eine Flanke von Rode offensichtlich mit der Hand klärt, steht das Stadion Kopf: Alle schauen auf den Schiedsrichter aber seine Pfeiffe bleibt stumm. Unfassbar, absolut unfassbar aber das ist dann wohl der vielzitierte Bayerndusel, der den Münchnern nach dem Abpfiff die nächste Meisterschaft beschert. Die Bayernfans feiern dementsprechend was uns aber völlig am Allerwertesten vorbeigeht. Wir feiern hingegen unsere Mannschaft, die dem FCB gut Paroli geboten und ihnen fast einen Strich durch die Meisterfeier gemacht hat. Dann ruft mich auch schon das Oberforsthaus, an dem mich Tim und Gebbi empfangen und gut gelaunt lassen wir das Spiel revue passieren.