Montag, 18. Februar 2013

xxxNOTBELEUCHTUNGxxx


Yo,

kaum sind wir aus Leipzig heimgekehrt, schon hat die unerbittliche Arbeitswelt uns wieder in ihren Griffeln. Wie heißt es doch so schön: "Don't Hope, Work Hard". Und jetzt geht's weiter mit dem Reisebericht. Ab dafür:

Freitag:
Pünktlich mache ich um halb zwei mittags Feierabend und mit einer satten Minusstunde an Arbeitszeit im Gepäck mache ich mich auf zum Hauptbahnhof. Meine adrette Begleitung hat in weiser Vorraussicht für adäquate Verpflegung (Bier und Brezeln) gesorgt und schon setzt sich der ICE in Bewegung in Richtung Ostzone. Kurz darauf kommt schon der äußerst motivierte Schaffner (oder heißt das mittlerweile Reisebegleiter?) zu uns und blubbert etwas von "Jemand hier zugestiegen?". Wir bejahen pflichtbewusst, der junge Herr knipst unsere Tickets ab und ab jetzt beginnt die Entspannungsphase. Bei einem schönen Bier lasse ich die Landschaft bei circa 200 km/h an mir vorbeirauschen und ich wundere mich wie jedesmal, dass mir die Reisegeschwindigkeit viel langsamer vorkommt.

Nach Einbruch der Dunkelheit widme ich mich meiner Zuglektüre (Kid Klappergass-Lamento & Euphorie) und versuche, die Zeit bis zur Ankunft in Leipzig totzuschlagen. Lange kann ich mich allerdings nicht den Buchstaben widmen, zu interessant finde ich die anderen Fahrgäste, mit denen wir unser Anteil teilen. Meine Begleitung ist darüber alles andere als "amused" und erinnert mich des öfteren, dass das begaffen anderer Personen alles andere als höflich ist. Ok ok, ich gehorche und versuche meinen Beobachtungsfetisch dezenter auszuleben.

Nun ja, nach guten 3 1/2 Stunden kommen wir in Leipzig an und sofort fällt dem geneigtem Beobachter der frisch restaurierte Hauptbahnhof ein. Hut ab, gefällt! Allzu lange halten wir uns dort allerdings nicht auf und wir machen uns zu unserem Hotel auf, dass zu Fuß in 5 Minuten erreicht ist. Kurzes einchecken an der Rezeption sowie beziehen des Zimmers (schöneres Interieur) und schon geht's in die Innenstadt, um sich der Nahrungsaufnahme zu widmen. Glücklicherweise ist das Stadtzentrum zu Fuß schnell erreichbar (keine 10 Minuten) und ein passendes Restaurant ist auch schnell gefunden. Bei mehreren Hopfenkaltschalen und diversen Kartoffelspeisen wird die morgige Tagesgestaltung festgelegt, die sich an den klassischen bzw. historischen Sehenswürdigkeiten Leipzigs orientiert. Da der Zeiger der Uhr schon stramm auf Mitternacht zugeht, begeben wir uns wieder in unser Hotel, genehmigen uns noch einen Absacker an der Hotelbar und sehen das Bayernspiel in der Wiederholung. Dabei fällt mir mal wieder auf, wie sehr ich doch Ariel Roben verachte.

Der schönste Platz ist immer an der Theke

Samstag:
Pünktlich um 8 Uhr weckt uns der Wecker und fordert uns auf, dass Bett zu verlassen und den Tag anzugehen. Wir folgen gehorsam, denn wir haben ja schließlich ein strammes Tagesprogramm geplant. Doch bevor dies angegangen wird, laben wir uns am reichhaltigem Frühstücksbüffet. Volle Punktzahl hierfür. 

Nach dieser formidablen Stärkung ging es bei dezenten Minusgraden in das Leipziger Stadtzentrum auf Erkundungstour. Sofort fällt auf, dass in den letzten Jahren erhebliche Summen aufgewendet wurden, um das Stadtbild mit seinen Altbauten wieder instand zu setzen. Jedoch gibt es in Leipzig noch viele Häuser, die auf ihre Instandsetzung warten. Es gibt also viel zu tun.

Um welches Gebäude handelt es sich hierbei? Der Gewinner erhält ein formidables Geschenk...
 Wir setzen unsere Erkundungstour bei minimalem Schneefall weiter fort und begeben uns zielstrebig zu den 2 bekanntesten Kirchen Leipzigs: Die Thomaskirche und die Nicolaikirche, welche bekanntlich in der Endphase der DDR als Rückzugsgebiet der Demonstranten dienten. Dementsprechend gibt es rund um die Kirchen einen kleinen Pfad mit zahlreichen Infotafeln, welche kurz und prägnand über die Demonstrationen gegen das DDR-Regime und deren gewalttätiges Vorgehen gegen die Demonstranten Auskunft geben.

Keine Kirche sondern die Uni
Nachdem wir unsere geschichtlichen Kenntnisse aufgefrischt haben, suchen wir die anderen Sehenswürdigkeiten wie das alte Rathaus, das Deutsche Kleingärtnermuseum oder das Gewandhaus auf, essen einen phantastischen Kuchen im Café Riquet (sehr empfehlenswert) und entern auch das ein oder andere Geschäft, um ein Mitbringsel zu finden. Diese Maßnahme ist jedoch nicht von Erfolg gekrönt.

Aber so was von!
Wie für diese trübe Jahreszeit üblich, legt sich recht zeitig die Dunkelheit über das Land und es zieht uns wieder in unser Hotel, um uns dort für den weiteren Abend zu stärken. Bei Burger, Pommes und einigen Hopfenkaltschalen erleben wir das Debakel der eher wenig magischen SGE beim BVB. Verdammte Hacke! Aber ich lasse mir die Laune davon nicht gänzlich verderben und so beschließen wir den Abend mit einigen gepflegten Runden Billiard.

Sonntag:
Heute ist Abreisetag und wir schälen uns wieder zeitig aus der Koje. Schließlich haben wir noch den Besuch des Völkerschlachtdenkmal auf unserer To-Do-Liste. Mit der Tram ist das Ziel schnell erreicht und vor uns baut sich ein Bauwerk auf, dass man ohne weiteres als "überaus imposant" bezeichnen kann. Schon von weitem ist dieser steinerne Turm zu erkennen und mit jedem Schritt wird dieses Bauwerk größer und wir kleiner. Wahnsinn! Wir lösen 2 Eintrittskarten und betreten das Innere des Bauwerkes. Zunächst kommen wir in eine Halle, die aufgrund von Restsurationsarbeiten zum größten Teil verhüllt ist und so erklimmen wir die 360 Stufen, die zur Aussichtsplattform des Denkmals führt. Auf gut der Hälfte des Aufstiegs gibt es einen Rundgang innerhalb dieser Halle, die von 4 großen Statuen eingenommen wird. Absolut beeindruckend.

Etwas groß geraten...
Dann geht's die restlichen Stufen hinauf und wir gelangen auf die Aussichtsplattform des Völkerschlachtdenkmal. Es bietet sich eine imposante Sicht auf das vor uns liegende Leipzig, die bei besserem Wetter noch besser gewesen wäre.

Dezent!
Zu guter Letzt geht es in das dazugehörige Museum, in dem neben den zahlreichen Devotionalien wie Uniformen, Waffen sowie der Totenmaske Napoleons ein guter Abriss über die Völkerschlacht geboten wird.

Dann wird es für uns Zeit, den Weg zum Hauptbahnhof einzuschlagen, da auch schon die Rückfahrt nach good ol'Frankfurt ansteht. Wir besteigen den Zug und sogleich entschuldigt sich der Reisebegleiter (hieß das früher nicht Schaffner?) für die fehlende Innenbeleuchtung: " Tut mir schrecklich leid. Es funktioniert lediglich die Notbeleuchtung. Ich weiß auch nicht warum". Nach 2 Stunden funktioniert noch nicht mal mehr diese aber wir erreichen planmäßig Frankfurt. Immerhin etwas...

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