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Sonntag, 19. Juli 2015

xxxTHE BEST THING...xxx

...IS WRESTLING!

Yo,

wie bei vielen Altersgenossen war in meiner Kindheit/angehende Jugend Wrestling das Maß aller Dinge. Es wurde den Megaevents wie Wrestle-Mania entgegengefiebert, jeder hatte einen beachtlichen Stapel Sammelkarten der WWF (manche auch der WCW) und die Spielfiguren waren auch obligatorisch. Zudem nahmen wir die Einlaufmusiken der Wrestler vor dem Fernseher auf, die wir dann vor unseren Rangeleien im heimischen Keller abspielten. Geil! Mit zunehmenden Alter verlor man schlussendlich das Interesse an dieser Sportart, andere Sachen wurden interessanter.
Legende!
Vor ein paar Jahren schickte mir ein Kumpel dann einen Link zur NGW, der New Generation Wrestling. Dies ist quasi eine kleine "Wrestling-Liga" aus Sossenheim, die alle paar Monate einen Event mit mehreren Kämpfen auf die Beine stellt. Leider hatte ich es bis dato nicht zu einem dieser Events geschafft aber am vergangenen Sonntag sollte es dann endlich soweit sein: Die NGW machte Halt in Ober-Eschbach und lud zum "On Bombers Field" ein. Geil!
Die Arena...
Nach halbstündiger Fahrt mit der U-Bahn erreichen wir Ober-Eschbach und der Veranstaltungsort, die Albin-Göhring-Halle ist nach kurzen Wirren auch gefunden und von aussen vernehmen wir schon Live-Musik, so 80er Schwanzrock. Geil! Also schnell die 8 Neuronen abgedrückt und nix wie rein in die schwitzige Turnhalle. In der Mitte thront der Rind, drumherum sind 3-4 Stuhlreihen aufgebaut, die schon gut mit willigen Schaulustigen gefüllt sind. Am Ende der Halle kann ich die Band erblicken, die laut meinem Wischtelefon auf dem Namen SCARRED KIZZY hört. Geht definitiv gut rein, nur dem Pressefritzen scheint das alles zuviel zu sein und er hält sich genervt die Ohren zu. Da offensichtlich noch etwas Zeit bis zum Start der Kämpfe ist, decken wir uns mit günstigem Bier ein und suchen uns ein paar geeignete Plätze. Nicht zu nah am Ring heisst hier die Devise. Man möchte ja nicht irgendwie in das Geschehen involviert werden. Nach ein paar Minuten verstummt die Band und ein Offizieller der mächtigen NGW betritt den Ring, um ein paar Grussworte an den lechzenden Pöbel zu entrichten. Dann kann es auch schon losgehen und die ersten Kämpfer betreten die Arena: The Maggot bekommt es mit Robin Kirchner zu tun. Die Menge ist zunächst etwas verhalten, taut aber nach dem ersten Schlagabtausch hurtig auf. Jeder krakelt nach Herzenslust etwas in Richtung der Wrestler, die sich daran sichtlich berauschen. Geil!
Die Skepsis wird später ekstatischer Begeisterung weichen...
Was sofort bei den Kämpfen auffällt, ist die Athletik der Wrestler. Jeder Move wurde sorgfältig einstudiert, hier hat alles Hand und Fuß und das macht definitiv Laune! In den weiteren Matches wird es dann zunehmend spektakulärer: In einem Match werden Klappstühle, Schläger und sogar eine der Gitarre der Band in das Kampfgeschehen integriert, in einem anderen Kampf fliegt einer der Kämpfer in die Stuhlreihen und zum krönenden Abschluss gibt es sogar eine grandiose Battle Royale, in der alle Wrestler zugleich in den Ring steigen. Geil!
War bestimmt bequem, der Flug in die Stühle...
Nach gut und gerne drei Stunden ist das Spektakel auch schon wieder zu Ende und mit einem fetten Grinsen machen wir uns wieder auf den Heimweg. Wir kommen wieder. Definitiv!
Der Superstar der NGW: Purple Playa
Wrestlendes Weibsvolk war auch anwesend: Alice
Schlachtfeld

Donnerstag, 25. Juni 2015

xxxSEE YOU ON THE OTHER SIDExxx

Yo,

vor geraumer Zeit spielten die mächtigen ORCHID auf dem alten Kontinent, um ihre neue Platte Sign Of The Witch zu promoten. Zu unserem Glück machten die Amis auch Halt in good old Frankfurt, besser gesagt in Das Bett.

Unter der Woche auf Konzerte zu gehen, ist ja immer so eine Sache. Wenn man Pech hat, beginnt die Show ultraspät und man kann den Gig nicht so wirklich geniessen, da man am nächsten Tag ja wieder auf die Arbeit muss und man stets auf die Uhr schielt. Egal, wenn die Doomer ORCHID am Start sind, dann kann man auch mal eine Ausnahme machen, worre?! In standesgemäßer Begleitung besteigen wir also die U-Bahn in Richtung Industriehof, um von dort aus den Bus zu nehmen, der uns in einer halbstündigen Irrfahrt zur Location kutschiert. Eigentlich hätten wir auch die Tram vom Hauptbahnhof aus in Anspruch nehmen können aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Am Venue macht sich schlagartig Durst bei uns bemerkbar und wir betreten total naiv den Laden und werden vom sandalentragenden Veranstalter nonchalant rausgeschmissen: "Nur weil die Tür offen ist, heisst es noch lange nicht, dass die Theke geöffnet ist"! Ist ja gut Opa, wir haben es ja verstanden. So irren wir eine gute halbe Stunde durch die Gegend, ohne eine Tanke, Trinkhalle oder eine ähnliche Hilfseinrichtung zu finden. Grundgütiger, wie im Mittelalter hier. So bleibt uns halt nichts anderes übrig, die verbleibenden zehn Minuten mit trockenen Kehlen totzuschlagen.

Pünktlichst um 20 Uhr gibt der freundliche Herr mit den Sandalen die heiligen Hallen für den Pöbel frei und wir können uns endlich an der Theke laben. Da sich das Wetter von seiner sonnigen Seite zeigt, zieht es uns wieder nach draussen und wir frönen einer meiner Lieblingsbeschäftigung: Leute beobachten. Immer wieder herrlich! Eine gute halbe Stunde später eröffnen die Lokalmatadoren namens DAMAGE den heutigen Abend mit solide gezockten Rock'n'Roll, der sich ungeniert bei den Genregrößen wie den HELLACOPTERS, AC/DC und MOTÖRHEAD bedient. Die Bühnenshow ist dann auch entsprechend choreographiert aber so wirklich der Renner ist das Gebotene dann auch wieder nicht. Solide halt!
DAMAGE
Nach kurzer Umbaupause betreten dann ORCHID die Bretter und zeigen sogleich, wer der unbestrittene Anwärter auf den Thron von BLACK SABBATH ist. Nicht nur vom Sound sondern auch vom Stageacting des Sängers ist man dem Vorbild so nahe, dass wahrscheinlich kein Frauenhaar  mehr dazwischenpasst.
ORCHID
Während des 75minütigen Set doomt sich die Band mit spürbarer Spielfreude durch die gesamte Schaffensphase inklusive der noch nicht erschienenen Langrille Sign Of The Witch und zieht damit so ziemlich jeden im Publikum in ihren Bann. Mit "He Who Walks Alone" wird das offizielle Set beendet aber ORCHID werden nach kurzen Zugabegefordere wieder auf die Bretter zitiert und setzen mit "Wizards Of War" und dem Überhit "Black Funeral" dem heutigen Abend die gebührende Krone auf...
Ist das jetzt Ozzy oder..

Sonntag, 31. August 2014

xxxEIN BEMBEL VOLLER HITSxxx

Yo,

gestern konnte die magische Sportgemeinde Eintracht in einem kuriosen Spiel einen Punkt aus der Fussballmetropole Wolfsburg entführen. Doch darum geht es heute nicht sondern um das erste Heimspiel, das gegen den Studentenclub aus Freiburg gewonnen werden konnte.

An Heimspielen der Diva ist es mittlerweile Usus, am Hauptbahnhof aufzuschlagen, um dort gleich die Tram Richtung Stadion zu nehmen oder jemanden einzusammeln. Heute ist es mal wieder der Bernd, der in den Genuss meines Abholservice kommt. Um eine gute Grundlage für das Fussballgelage zu haben, entschliesst sich Bernd, noch einen kleinen Snack an einem der zahlreichen Imbisse einzunehmen, an dem dann auch folgendes Bild entsteht:
Man beachte die tiefgefrorene Rippe, die hygienisch einwandfrei transportiert wird
Guten Appetit kann man da nur wünschen. Nach verzehrter Mahlzeit geht es auch schon weiter zum good old Oberforsthaus. Ein paar bekannte Gesichter hier, ein paar "Gude" dort und schon gehts weiter zum Stadion, dass wir ungewöhnlicherweise überpünktlich erreichen. Kommt auch nicht so oft vor.
Das übliche Bild...
Die standesgemäße Abnudelung der Stadionfolklore erfolgt und schon beginnt der Kick, den man getrost als schwach bezeichnen kann. Auf der einen Seite spielt die Eintracht mit einem System, dass die Bezeichnung im Prinzip nicht verdient und auf der anderen Seite sind die Gäste aus Freiburg nicht in der Lage, Kapital aus ihren Chancen zu schlagen. Tja und normalerweise geht dann so ein Spiel 0:0 aus aber Haris Seferovic kann das Spielgerät aus spitzem Winkel am gegnerischen Keeper zum 1:0 vorbeispitzeln (15. Minute).

Am Spielstand ändert sich bis zum Abpfiff nichts mehr und so heißt die nächste Station wieder Oberforsthaus. Dort werden die Optionen für die Abendgestaltung sondiert und wir entscheiden uns für einen Besuch der Bembelbar, die am heutigen Abend im Fanhaus Louisa zum Tanz bittet. Zudem spielt als Schmankerl noch die Bembel Youth auf, die nach eigener Auskunft nach "Eintracht Punkrock" machen. Das Interesse ist also geweckt und so machen wir uns mit der Taxe zum S-Bahnhof Louisa auf, was allerdings ein schwieriges Unterfangen für den Taxifahrer zu sein scheint. Der kennt nämlich  den Weg dorthin nicht und denkt, dass wir in Wirklichkeit nach Neu-Isenburg wollen. Nach einigem hin und Heer bemächtigen wir uns des Navis und dirigieren das Gefährt zielsicher ans Ziel. Augen auf bei der Berufswahl kann man da nur sagen.

An den Pforten des Fanhaus kann man schon die Band hören, die auf der Terrasse mit ihrem Set loslegt. Wir sind also genau zur richtigen Zeit eingetrudelt. Noch schnell ein Kaltgetränk geordert und schon stehen wir vor der Band, die einen gelungenen Mix an Coversongs (ich sag nur "Bullenschweine" von SLIME) zum besten gibt, die einige zum munteren Freidrehen animieren. Zudem supportet Olaf von den STAGE BOTTLES ein paar Songs mit dem Saxophon und sorgt damit für ein kleines musikalisches Schmankerl. Als Rausschmeisser wird dann "Crucified" intoniert, der Song wird allerdings derart verkackt, dass ich mich vor Lachen kaum halten kann. Egal, Spaß gemacht hat es trotzdem.
BEMBEL YOUTH

Montag, 7. Juli 2014

xxxAUSRUFEZEICHENxxx

Yo,

mein Blick aus dem Fenster verrät mir, dass es draussen für diese Jahreszeit ungewöhnlich "fresh" ist. Das kann ich das auch ganz gut vertragen, nachdem auf dem WITH FULL FORCE gefühlte 259,2 Grad geherrscht haben, die jegliches Leben konsequent vernichteten:

Freitag:
Entgegen der gängigen Jäger/Urmann-Tradition fahren wir nicht bereits am Donnerstag in den wilden Osten, sondern erst am Freitag, da der Urius am Donnerstag noch den Working Class Hero spielen muss. Egal, die interessanten Leute kommen bekanntlich sowieso erst später. Zu guter Letzt wird unsere Reisegruppe schlussendlich noch von Marius Machete verstärkt, der am Donnerstag ebenfalls dem Geld verdienen frönen durfte.
Die Überlandfahrt vergeht dank einigen Hopfenkaltschalen und der exzellenten Musikauswahl ("BODY COUNT is in da house-BODY COUNT") erstaunlich schnell und so erreichen wir zum frühen Nachmittag hin das Festivalgelände. Die Eingangskontrollen werden mehr als lässig bewältigt und nach einer kurzen Cruiserrunde finden wir dann auch den Rest unserer Festivalcrew, die zusammen mit anderen Frankfurtern das Lager bezogen hat. Ein großes Hallo hier und da und nach einer kurzen Bierstärkung geht es in sengender Hitze zur Bühne, um sich die ersten Bands zur Gemüte zu führen. Dabei verpassen wir leider die großartigen THE BLACK DAHLIA MURDER und müssen dafür mit KATAKLYSM vorlieb nehmen, die sich anschicken, die Main Stage zu zermörteln. Dabei können wir uns nur mässig für das Todesblei der Band begeistern, zu krass knüppelt dafür die Hasssonne auf den härtesten Acker Deutschlands und so verziehen wir uns in das übergroße Zelt des Hardbowls, in dem die wohl überschätzteste Hardcoreband der Welt aufspielt: STICK TO YOUR GUNS. Warm werde ich mit den Jungs aus Orange County in diesem Leben nicht mehr aber den Leuten gefällts. Nun ja, danach sind DISCIPLINE an der Reihe. Moment mal, die gibts noch? Dabei dachte ich immer, dass der Sänger noch immer im Kitchen hockt (wo er auch hingehört) aber die Niederländer haben einen neuen Frontmann an Bord und wagen einen Neuanfang. Dabei wird ein Querschnitt der gesamten Schaffensphase präsentiert und das knallt erstaunlich gut, was ich jetzt nicht so erwartet hätte. Mal schauen, was man von der Stomping Crew noch so erwarten kann.
Selbst im Zelt konnte man die flirrende Hitze sehen...
Danach verziehen wir uns wieder zum Zeltplatz, um uns bei einigen Heissgetränken (Büchsenbier kann verdammt heiß werden) dem Gequatsche hinzugeben. Zur später Stunde geht es dann noch zur Knüppelnacht, um die grandiosen DER WEG EINER FREIHEIT zu sehen. Die unglaubliche Show der deutschen Schwarzmetaller kann man getrost mit einem Wort beschreiben: EPISCH! Orschler und meine Wenigkeit sind entsprechend begeistert und als mit "Zeichen" der finale Schlussakt ertönt, bin ich mehr als beseelt.
DER WEG EINER FREIHEIT
DER WEG EINER FREIHEIT: Lichtmenschen...
Samstag:
Die Sonne beglückt uns auch heute mit wärmenden Sonnenstrahlen, die unsere Zelte schon frühmorgens derart aufheizen, dass an Schlaf nicht mehr zu denken ist. Also quälen wir uns in aller Herrgottsfrühe aus unseren Höhlen und zwängen uns dicht an dicht unter den Pavillon in der Hoffnung, den lebensfeindlichen Sonnenstrahlen zu entkommen. Einige brühwarme Bier später schleichen wir wieder zu den Bühnen. Dabei müssen wir etwas gebummelt haben und so verpassen wir leider die großartigen NAILS. Ich ärgere mich ziemlich über diesen Missstand aber Urius kann mir mit einem Humpen Erdbeerbowle das Lächeln in mein Gesicht zurücksaubern.
Man sieht förmlich, wie die Gehirnzellen schwinden
Pünktlich bei WALLS OF JERICHO ziehen endlich ein paar Wolken auf und hier und da fällt auch ein Regentropfen zu Boden. Diese langerwartete Abkühlung kann mich deutlich mehr begeistern als die Muskelshow der Amis und ich weiß bis heute nicht, was mich damals geritten hat, eines ihrer Alben käuflich zu erwerben.
Der Erdbeerbowlestand kennt nur Verlierer!
Danach steigen IGNITE auf die Bühne und die ziehen nicht nur bei mir die Wurst vom Brötchen: Alle Hits sind am Start und ein neues Album ist wohl auch im Herbst in den Startlöchern. Wenn doch alles so einfach wäre...
Als letzte Band des Tages schenken wir ROB ZOMBIE Augen und Ohren, was man getrost als mittelschweren Fehler bezeichnen kann. Das sehen ein paar Leidensgenossen hinter uns genauso und ihnen entfährt "Rob Zombie, halt dein Maul!". Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, hüstel.

Sonntag:
Und erneut beschenkt uns das goldene Rund am Firmament mit todbringenden Strahlen, die den härtesten Acker Deutschlands in einen Glutofen verwandeln. Selbst der Pavillon kann nur bedingt den Schutz bieten, den wir so dringend benötigen. Da hilft nur ein kühlendes Dosenbier, um der Trostlosigkeit zu entkommen. Am späten Nachmittag schleppen wir uns mit Müh und Not zur Hauptbühne, auf der die Bostoner von DEATH BEFORE DISHONOR zu Werke gehen. Das Ganze rauscht aber an uns vorbei, zu sehr brät die Sonne unsere Denkapparate und schließlich kapitulieren wir vor der alles niederwalzenden Sonne und beschließen, die Heimfahrt anzutreten. Kurz vor Frankfurt geraten wir dann noch in ein fieses Todesgewitter from Hell 666, aus dem wir uns gerade so retten können und ich frage mich gerade, was aus dem Cabriofahrer mit dem offenen Verdeck geworden ist...

Donnerstag, 5. Juni 2014

xxxAMERICAN JESUS IN FRANKFURTxxx

Yo,

etwas verspätet erscheint hier und heute der Konzertbericht zum BAD RELIGION Konzert in der (neuen) Batschkapp. Los gehts:

Regenwetter! Mal wieder! Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass es vorzugsweise genau dann regnet, wenn ich etwas vorhabe. Egal, Lederjacke an (voll Punkrock ey...) und schon können wir in Richtung Batschkapp starten. Naja, noch nicht. Erstmal gibt es stilecht einen Schoppen auf dem Fressgassfest (is' das überhaupt Punk?) und dann sitzen wir kurz darauf auch endlich in der U-Bahn, die uns zur neuen Batschkapp nach Seckbach bringt. Eine Premiere übrigens, da es weder ich noch irgeneiner meiner Mitstreiter bis dato geschafft hat, die neuen Räumlichkeiten der "Kapp" zu besichtigen. Gelegenheiten gab es zwar zu genüge aber wie es im Alter nun mal ist: Es kommt halt immer was dazwischen.

An der Haltestelle "Gwinnerstrasse" müssen wir uns kurz orientieren, da wir den Weg nicht genau kennen und so entschliessen wir uns, einfach dem restlichen Pöbel zu folgen. Diese Wahl war...weise denn nach 5 Minuten sind wir auch schon am Venue angekommen. Dort treffen wir auch schon auf altbekannte Gesichter wie Uriusch vom Hindukusch, Kernassi Matze, Mo, die Wehrheimer und anderes artverwandtes Gesindel (Genesungsgruß an den erkrankten Rob an dieser Stelle). Ein großes "Hallo" hier, Zugeproste dort...alles wie immer also.

 Da das Wetter sich beharrlich weigert, sich von einer besseren Seite zu zeigen, beschließen wir die schon gut gefüllte Batsche zu entern. Auf der Bühne steht schon die letzte der angekündigten Supportbands (Name hab' ich ignoranterweise vergessen) und wir steuern konsequenterweise erstmal die große Theke an, die glücklicherweise mehrere Meter lang ist und die Wartezeiten vergessen macht, die man früher in der alten Batschkapp für ein Kaltgetränk in Kauf nehmen musste. Läuft also schon mal...

Hut muss (wohl) sein...
Nach kurzer Pause ist es dann auch schon Zeit für die Band, für die wahrscheinlich jeder heute gekommen ist: BAD RELIGION. Bei den Punkrock-Urgesteinen sind Konzerte immer so eine Sache: Wenn sie Bock haben, wird die Show großartig. Ist keine Lust da, dann haste Pech gehabt. Aber das trifft heute zu unserem Glück nicht zu. Die Band hat definitiv Bock, gibt Gas und präsentiert der willigen und Bierbecher werfenden Meute ein erlesenes Potpourri aus alten und neuen Hits. Nebenbei gibt es natürlich auch die üblichen Scherze mit dem Publikum, als Sänger Greg fragt, ob ein Doktor zugegen sein...neben ihm ("Is there a doctor in the house...besides me?"). Er hat wohlgemerkt einen Doktortitel in Evolutionsbiologie. Soviel dazu. Nach gefühlten 143 Songs (in Wahrheit sind es "lediglich" 31) gibt es mit "American Jesus" den wohlverdienten Rausschmeisser und so verstreuen wir uns nach kurzer Rumlümmelei im Foyer in die regnerische Nacht. Mal wieder!

Setlist:
Fuck you
Dharma and the Bomb
New America
Stranger than fiction
I want to conquer the world
21st Century (Digital Boy)
True North
Wrong way Kids
Raise your voice
Past is dead
Beyond electric dreams
New dark ages
Struck a nerve
Skyscraper
You
Overture / Sinister rouge
Supersonic
Prove it
Can't stop it
No direction
You are (the government)
Suffer
How much is enough?
Do what you want
Sorrow
Come join us
Punk Rock Song
Zugabe: 
Generator
Infected
American Jesus

Dienstag, 23. Juli 2013

xxxES WIRD ERNST...ZUMINDEST EIN BISSCHENxxx

Yo,

die magische Sportgemeinde aus Frankfurt am Main arbeitet nun seit einer Woche im Trainingslager im beschaulichen Ötztal (ja, ganz genau...dort hat man den Ötzi gefunden) am finalen Schliff für die kommende Saison und was passt da besser als ein Testspiel? Eben. Den ersten Probelauf gab es ja bereits am Freitag gegen den türkischen Erstligisten Bursaspor Kulübü (Endstand 5:1, Zusammenfassung gibbet HIER) und heute geht es gegen Kayserispor Kulübü, ebenfalls aus der Süper Lig. Normalerweise bekommt man Testspiele, welche im Rahmen eines Trainingslagers ausgetragen werden, nicht zu sehen aber das DSF hat sich freundlicherweise dazu bereit erklärt, dieses Spiel in die deutschen Fernsehstuben zu übertragen. Here we go mit der Live-Ticker-Show:

  • 08:34 Schon eine Stunde auf Arbeit und schon hat mich die gewohnte bleierne Müdigkeit fest im Griff. Kate Middleton dürfte nach der Geburt ihres Erstgeborenen fitter sein als meine Hochwohlgeborenheit. Naja, erstmal einen magenfreundlichen Minze-Honig-Tee einverleiben, um auf Betriebstemperatur zu kommen.
  • 10:16 Wie üblich verbringe ich kostbare Lebenszeit mit warten. Warten auf einen Patienten, der wahrscheinlich lieber das schöne Wetter genießt anstatt seine Chemo zu bekommen. Gut, dann betreibe ich solange etwas Hintergrundrecherche zum heutigen Gegner: 1966 aus den Überresten des Vereins Erciyes Gençlik SK geründet, hat sich Kayserispor nach einigem auf und ab in der höchsten türkischen Spielklasse etabliert und letztes Jahr sogar den Sprung ins internationale Geschäft geschafft. So etwas ist wohl nur in einer Operettenliga möglich.
  • 11:51 Was ist denn jetzt mit Kadlec? Kommt der noch oder nicht? Mannmannmann. Aber ich will ja nicht meckern, denn in der Zwischenzeit hat sich die Eintracht Marvin Bakalorz von der 2. Mannschaft des BVB geangelt, quasi als Ergänzungsspieler für den verletzten Ergänzungsspieler Stendera. So weit so unspektakulär. Immerhin spielte schon der Herr Papa am Riederwald und nannte zeitweise einen stattlichen Schnurres sein eigen.
  • 17:29 Noch 31 Minuten bis zum Kick-Off und das die deutsche Fernsehlandschaft hat wieder viel zu bieten: Entweder gibt es gespielte Schicksalsschläge zu sehen oder Pseudonachrichten ("Der härteste Autoübungsplatz Deutschlands"). Mir schwillt dezent die Halsschlagader und öffne zur Beruhigung erstmal ein Bier. Wird Zeit, dass Marius vorbei kommt.
  • 17:46 Wat? Was soll das denn? Saisoneröffnung des FC Bayern? Meinen Würgreflex bekomme ich gerade so mit einem Binding unter Kontrolle und glücklicherweise steht Marius nun auch auf der Matte.
  • 18:01 "Na dann" flötet der Kommentator unaufgeregt ins Mikro während ein Rübenacker, der für das heutige Testspiel als Spielfläche herhalten darf, ins Bild genommen wird. Dann ein kurzer Schwenk auf ein paar dickliche Eintrachtanhänger und prompt kommt mir Bennys Spruch in den Sinn: "Also die Eintracht hat schon die hässlichsten Fans". Kicher...
  • 18:06 Die Mannschaften betreten den Rasen, voran darf der Unparteiische mit seinen Helferlein schreiten. Alle drei hinterlassen einen teigigen Eindruck. Huch, plötzlich fällt ein Junge mit Bayerntrikot ins Bild. Wo sind die Ultras, wenn man sie mal braucht?
  • 1. Minute: Anstoß für Kayserispor. Die SGE im gewohnten schwarz-roten Dress und Kayserispor im schicken kartoffelgelben Leibchen.
  • 3. Minute: Die Türken versuchen früh zu stören und erspielen sich sogleich die erste Chance aber Trapp kann den Fernschuß entschärfen. Mir schwant übles.
  • 5. Minute: Mittelfeldgeplänkel ohne großartige Vorteile für irgendjemanden. 
  • 9. Minute: Foul an Russ kurz vor dem türkischen Strafraum aber der Freistoß versandet irgendwo im Nirgendwo.
  • 11. Minute: Ecke für die Eintracht. Die Hereingabe wird von Meier an den Pfosten gesetzt. Knirsch.
  • 12. Minute: Fast im Gegenzug fällt die Führung für Kayserispor. Ein Querschläger von Anderson fliegt zu Noble, der Trapp mit ach und krach überwinden kann. Das passt mir gerade überhaupt nicht in den Kram. Ich hol mir noch ein Bier.
  • 17. Minute: Die SGE müht sich aber die Türken bieten eine couragierte Leistung. Von wegen Operettenliga...
  • 20. Minute: Flum säbelt Nobre vor dem eigenen Strafraum um. Der fällige Freistoß wird gefühlvoll in den Frankfurter Strafraum gebracht und Khizanishvilli vollendet völlig umbedrängt zum 2:0. Trapp schaut mit einer Mischung aus Ratlosigkeit und Entsetzen seine Vorderleute an, die nur beschämt zu Boden schauen. Grundgütiger.
  • 22. Minute: Huh, fast der Anschlusstreffer durch Aigner aber sein Kopfball wird durch den Torwart mit dem besten Namen ever gehalten: Gökhan Degirmenci.
  • 25. Minute: Die Eintracht ist mittlerweile bemühter aber die Ungenauigkeiten im Kombinationsspiel begraben jedwedes erspielen von Torchancen. Wie sagte Invader Ace mal so schön: "Nie wieder Testspiel!"
  • 30. Minute: Das Spiel plätschert nun vor sich hin. Die Zeit nutzt der Kommentator nun ausgiebig, um die vielseitigen Angebote des DSF dem Zuschauer anzubieten. Highlight ist dabei wohl "das Fussballmanagerspiel, das nicht nur was für den Herren ist". Aha.
  • 45. Minute: Huch, Halbzeitpfiff? Wir müssen wohl dabei eingeschlafen sein. Nun ja, der Spielstand ist immer noch derselbe... Dabei Zoom auf Veh, der mir auch etwas verschlafen scheint.
Flüssigkeitsaufnahme in der Halbzeit kann nur gesund sein...
  • 45. Minute: Anstoss zur zweiten Hälfte. Beide Seiten haben nun munter gewechselt. Kann ja aus Frankfurter Sicht nur besser werden. Ich hol mir jedenfalls noch'n Bier.
  • 51. Minute: Laut Kommentator hat sich der ausgewechselte Lakic "lediglich" eine Augapfelprellung zugezogen. Die Ereignislosigkeit auf dem Spielfeld  nutzt der Kommentator mal wieder ausgiebig, um darauf hinzuweisen, was bei Lakic NICHT verletzt wurde: "Jochbein, Schädel...alles noch in Ordnung. Gibt da ja eine Menge, was man sich da so verletzten kann". Ich kämpfe gerade parallel mit den Tränen und dem Schlaf...
  • 55. Minute: Die Eintracht macht jetzt zunehmend mehr Dampf aber der entscheidende Pass kommt irgendwie nicht an.
  • 66. Minute: DA.IST.DAS.DING. Schöner Pass auf Joselu, der den Ball auf Meier durchlässt und der mit einem feinen Beinschuss den Keeper überwindet und den Anschlußtreffer erzielt. Ich bin plötzlich hellwach und hole mir noch ein Bier. Muss ja schliesslich gefeiert werden.
  • 70. Minute: Kayserispor igelt sich jetzt gegen die immer stärker werdenden Frankfurter ein aber das Lobgehudel des Kommentators ("feines Offensivspiel der Eintracht") ist selbst für mich zuviel des Guten.
  • 71. Minute: Lobhudelei Teil 2. Der Kommentator lobt Rode über den grünen Klee, dass einem die Ohren schlackern: "Rode ist so ein guter Spieler. Den hatte ich in meinem Managerspiel bei Sport1 und der hat mir so viele Punkte eingebracht...". Hilfe!
  • 75. Minute: Die lokale Dorfschönheit wird mit dem maximalen Zoom aufgenommen und wir hätten so fast die Chance von Flum zum 2:2 verpasst. Aber der Kameramann kann sich rechtzeitig losreissen.
  • 81. Minute: "Ui, ein Geschenk" blökt der Kommentator als das 2:2 fällt. Oczipka flankt in den Strafraum und der Ball fällt einem Türken auf den Fuß und der Ball springt von dort unhaltbar in Tor von Kayserispor. Hah, darauf erstmal ein Bier...
  • 86. Minute: Die Eintracht wittert nun Morgenluft und rennt nun gegen das türkische Abwehrbollwerk an und zur Belohnung fällt nun sogar das 3:2 für die SGE durch Luca Waldschmidt, der die Pille ins Tor stochert. Und das mit zarten 17 Jahren...
  • 90. Minute: Pünktlich pfeift der moppelige Schiedsrichter die etwas tröge Partie ab. Naja, wenigstens nicht verloren und das Bier ist auch noch nicht alle...

Ernste Musik für die Arbeit:
BAD RELIGION-True North
ORCHID-Capricorn
RYKER'S-Life's A Gamble...
DER WEG EINER FREIHEIT-s/t
DARKTHRONE-Panzerfaust
BLACK SABBATH-Master Of Reality
BLACK SABBATH-The DIO Years
CARCASS-Heartwork
THE BLACK DAHLIA MURDER-Discographie
MAROON-Discographie

Donnerstag, 4. Juli 2013

xxxELFENMETALFESTIVAL (Part2)xxx

Yo,

in den Staub mit euch elendes Gewürm. Nun folgt der zweite Teil des Berichtes vom HÄRTESTEN ACKER DER WELT, der von allen Bands standesgemäß umgepflügt und in regelrechter Raserei wieder zuerchtgemörtelt wurde.

Samstag:
Zärtlich werden wir von einer kühlen Brise aus dem Schlaf gerissen und ein schneller Blick aus dem Zelt gibt mir die Gewissheit, dass es ähnlich kalt und regnerisch wie schon an den vorherigen Tagen ist. Naja, hilft ja alles nichts und so schälen wir uns nach und nach aus unseren Zelten und stärken uns für den heutigen Festivaltag. Dabei fährt Robert standesgemäß dicke auf, indem er einen deftigen Curryschmauß nach alter "Indianertradition" zubereitet (true story) und uns alle damit neidisch macht.

Original Indianerspeise auf original Feuerstelle...
Frisch gestärkt gehts ab an den Hardbowl die Impericon-Stage, um "die softeste Band" (Beschreibung des Veranstalters) zu sehen: BUSTER SHUFFLE. Dabei ist die Beschreibung mehr als irreführend, da die Skacombo mit ihrem Sound durchaus rockt und für mich zu den Überraschungen des Festivals gehört. Beide Daumen hoch für die Tommys.

Ska Ska Ska...
Melodisch geht es ebenfalls bei den leicht ergrauten Recken von H2O zu, die gleich mit dem Hit "1995" ihres Albums Nothing To Prove loslegen. Die Crowd lässt sich ebenfalls nicht lumpen und steigt in die Sing-A-Longs mit ein, was die Band sichtlich erfreut. Yau, so kann's weitergehen aber die nachfolgenden WAR FROM A HARLOTS MOUTH nerven mit ihrem friggeligem Jazzmetaldingsbums mehr als nur ein bisschen.

H2O...GO!
Dann sind ASKING ALEXANDRIA als nächstes an der Reihe und zu hören gibt es belanglosen Metalpopcore, der mich zwar nicht berührt aber dafür die zahlreichen jungen Damen betört, die verliebt zur Bühne blicken. Hach ja...

Dezente Feuchte...
Mittlerweile ist der Regen einem dezentem Nieselschauer gewichen und wir trauen uns an die Main Stage, um uns DEEZ NUTS zu Gemüte zu führen. Die Band spielt routiniert alle Hits wie "I Hustle Everyday" oder "Tonight We're Gonna Party" runter und vielen gefällts. Mir nicht so wirklich. Wahrscheinlich bin ich nicht angetrunken genug und der Sound ist auch mies. Pah...

Hüstel everyday...
Deutlich geiler sind da schon COCK SPARRER, die mit ihrem Thekenrock den Hardbowl das Zelt der Impericon-Stage in einen einzigen Mitgröhlkessel verwandeln. Geil! Alle Hits sind am Start und blöde Sprüche gibt's als Dreingabe kostenlos dazu. Einziger Wermutstropfen: "We're Coming Back" wird leider nicht intoniert.

"I'm a fat bastard..."
Als letzten Act des Tages gibt es wie jedes Jahr SICK OF IT ALL zu sehen. Das macht aber rein gar nichts, denn die Band verfügt über ein einzigartiges Repertoire an Hits und selbst an schlechten Tagen sind die Urgesteine des NYHC eine sichere Bank. So siehts auch heute aus und das Quartett mörtelt sich zielsicher über die Hauptbühne.

Die erwähnte sichere Bank.
Zurück auf dem Zeltplatz erwartet uns eine harte Todeskälte, so dass wir gezwungen sind, die Party in Urius' Auto zu verlegen. Das kostet natürlich Kraft, die mir in der Nacht fehlt, um mir KVELERTAK sowie SMOKE BLOW reinzufahren. Man möge es mir nachsehen...

Party inside...
Sonntag:
Wow, vereinzelte Sonnenstrahlen verleiten mich am frühen Morgen die Männerdusche aufzusuchen, an der ich mit den Worten "Ach, gehen SIE mal vor" durch die Warteschlange geleitet werde. Das Force muss mich ganz schön runtergemörtelt haben, zumindest äusserlich. Frisch geduscht und später auch gestärkt (Hund hinten beim China-Wok) geht es ab zur Mainstage, auf der MAMBO KURT mit seiner Heimorgel auf uns wartet. Dazu hat er einen improvisierten Bierstand auf der Bühne aufgebaut, um die zahlreichen Damen aus dem Publikum zu versorgen, die sich tanzend um ihn scharren. Der selbsternannte "King Of Heimorgel" gibt wie gewohnt ein Potpourri diverser Metalklassiker zum besten und weiß damit nicht nur den Damen auf der Bühne zu gefallen.

Biermambo...
Auf Mambo folgt im Hardbowl auf der Impericon-Stage der räudige 0815 Knüppelpunk von RAWSIDE, der im Prinzip nichts anderes als stumpfer Poltermetal ist (wie Marius Machete es treffsicher formuliert). Hatte ich irgendwie besser in Erinnerung.

Die nächsten Bands interessieren uns null und so begeben wir uns zu unseren Zelten, um diese abzubauen und ein paar Faxen zu machen. Dabei wird die Bayernfahne unserer abwesenden Nachbarn zielsicher gefällt und Robert bekommt eine kostenlose Jackenverschönerung durch eine angreifende Möwe.

Boah, waren die langweilig!
Nachdem die Stukamöwen von uns abgelassen haben, gehts wieder zurück zum Hardbowl zur Impericon-Stage, da Wolfi und seine mächtigen KASSIERER schon in den Startlöchern stehen. Tja, was soll man schon zu dieser Kapelle noch groß schreiben? Eben!

Als vorletzte Band stehen MAROON auf der Running Order. Die Band war ja bedingt durch Besetzungsquerelen lange von der Bildfläche verschwunden, die jetzt aber schlussendlich überwunden sind. Die neue Besetzung hat definitiv Bock und hackt sich wie eh und jeh durch ihren stumpfen E-Satitenmosh und hat ihren sichtbaren Spaß daran. Und ich auch.

MAROON waren ausgeruht (Knallerwitz, dankt mir nicht...)
Den Schlussakt im Hardbowl auf der Impericon-Stage geben nun RYKER'S, die nach langer Pause heute ihre Reunion geben. In der Regel geht so etwas selten gut aber wir werden eines besseren belehrt: Die Band ist ultratight eingespielt und brettert in blinder Raserei durch ihr Set. Als besonderes Schmankerl wird noch zwischendrin "Reign In Blood" als Hommage an den verstorbenen Jeff Hannemann zelebriert. Geil! Mit "You'll Never Walk Alone" gibt es dann die krönende Zugabe, bei der ein paar maskierte Herrschaften auf die Bühne kraxeln und Pyros zünden. Passt wie die oft beschworene Faust aufs Auge. Nachdem der letzte Ton verklungen ist, begeben wir uns zu unseren Kraftfahrzeugen, verabschieden uns kurz und heftig und treten den Heimweg durch die Abenddämmerung an...

RYKER'S sehen rot!
xxxWe're The Crewxxx
WFF 2013 Playlist:
AGNOSTIC FRONT-The Eliminator
BANE-Can We Start Again
COCK SPARRER-We're Coming Back
DEEZ NUTS-I Hustle Everyday
DIO-Holy Diver
H20-1995
HATEBREED-Beholder Of Justice
KVELERTAK-Utrydd Dei Svake
MAMBO KURT-Smells Like Teen Spirit
MAROON-Wake Up In Hell
MOTÖRHEAD-Killed By Death
PARKWAY DRIVE-The Siren's Song
RYKER'S-Gone For Good
SAMMY HAGAR-Heavy Metal
SICK OF IT ALL-District
SLAYER-Seasons In The Abyss
SMOKE BLOW-777 Blood Rock
SODOM-Ausgebombt
TERROR-Always The Hard Way
YOUR DEMISE-The Kids We Used To Be

Dienstag, 2. Juli 2013

xxxELFENMETALFESTIVAL (Part1)xxx

Yo,

wie jedes Jahr hat es unsere Road-Crew ins ferne Roitzschjora verschlagen, um das diesjährige With-Full-Force über uns ergehen zu lassen. Aber lest selbst:

Donnerstag:
Bei peitschendem Nieselregen sammelt mich der werte Herr Urmaier gegen 10 Uhr am Bad Homburger Bahnhof mit Sack und Pack ein und sogleich treten wir die Fahrt in den Osten der Republik an. Dabei fahren wir nicht wie die letzten Jahre in Konvoiformation, da Ozzi, Ramona, Robert und Marius Machete es vorziehen, mitten in der Nacht (besser gesagt um 5 Uhr morgens!) die Reise anzutreten. Nun ja, hüstel.

Die Fahrt vergeht dank exzellenter Musikauswahl und einiger Kalthopfenschalen fast wie im Fluge und gegen 14:30 Uhr erreichen wie das Festivalgelände. Überraschenderweise ist die Schlange am Eingang überschaubar und wir können ohne größere Vorkommnisse auf das Gelände fahren. Schwieriger gestaltet sich dagegen die Suche nach den anderen, da das Campinggelände in diesem Jahr noch größer ist aber auch diese Schwierigkeit wird von uns schlussendlich gemeistert.

Feuer und so...
Nach kurzer Stärkung mit Bier und rohem Fleisch schleichen wir zur Mainstage, um uns die ersten Combos zur Gemüte zu führen, die anlässlich des 20-jährigen Festivaljubiläums schon heute aufspielen. Den Anfang machen dabei NEWSTED. Newsted? Moment mal, den Namen kennste doch? Klar, das war doch mal der Bassist von METALLICA. Yepp, und genau der spielt mit seiner aktuellen Kapelle uninspirierten Graupenmetal auf der Mainstage. Einzig das Whiplash-Cover seiner ehemaligen Band löst vereinzeltes Kopfnicken aus.

Waren schon eher langweilig. NEWSTED
Dann kriecht die Altherrentruppe von AGNOSTIC FRONT hervor, die mit ihrer Performance nicht verhehlen kann, dass ihre beste Zeit seit circa 10 Jahren vorbei ist. Als nächstes steigen dann HATEBREED auf die Bühne, um mit ihrem Stumpfmetal alles zu zermalmen. Solide Leistung nennt man das wohl aber deutlich interessanter sind all' die kaputten Gestalten, die sich schon heute auf dem Gelände tummeln. Unser absoluter Favorit ist dabei ein junger Herr, der es volltrunken schafft, seinen Oberkörper im rechten Winkel nach links abknicken zu lassen und trotzdem nicht zu stürzen. Meine These hierbei ist, dass die Type derart besoffen sein muss, dass er glaubt, an einem Hang zu laufen und daher in Schräglage verfällt.

Als Headliner machen sich SLAYER kurz vor 23 Uhr ans Werk, um ihre teuflische Arbeit zu verrichten. Zu hören gibt es den gewohnten Querschnitt ihres Schaffens, wobei es überraschenderweise 2 Songs des Erstlingswerkes Show No Mercy auf die Setlist schaffen. Bleibt noch anzumerken, dass Gary Hold als Ersatz für den erst kürzlich verstorbenen Jeff Hannemann mehr als einen guten Job macht. Hut ab hierfür.

SLAYER, worre?!
Freitag:
Überraschend lang hält es mich im Zelt (circa 9:00 Uhr), was wohl an den niedrigen Temperaturen liegen mag. Also erstmal den Grill angefeuert, um allmählich auf Betriebstemperatur zu kommen. Das nimmt sich die Sonne irgendwie auch zu Herzen und zeigt hier und da ihre Strahlkraft, so dass wir trockenen Fusses zu den Bühnen marschieren können und als erstes den Hinterwäldler-Stoner-Rock von RED FANG lauschen. Deren Album Murder The Mountains dreht in regelmässigen Abständen seine Runden auf meinem Plattenteller und auch heute können mich die Amis begeistern. Die darauf folgenden EVERY TIME I DIE ringen mir dagegen lediglich ein müdes Gähnen ab und wir durchstreifen lieber das Gelände auf der Suche nach Amüsement. Dabei bleiben wir an einem Erdbeerbowlestand hängen, an dem feinster 90er Eurodance gespielt wird und uns exzellent bespaßt.

Was Erdbeerbowle so alles anrichten kann...
Als nächste Band steht dann TERROR auf dem Programm, die auf der Mainstage zum Mosh aufspielen. Dabei wirkt die Band auf der großen Bühne völlig verloren und der Sound ist auch noch unter aller Kanone. Glücklicherweise fängt es zu regnen an und wir flüchten uns unter das Zeltdach des Hardbowl der Impericon-Stage, auf der IWRESTLEDABEARONCE aufspielen und dabei einen deutlich höheren Unterhaltungswert aufweisen können als TERROR.

TERROR
Gutes Wetter sieht anders aus...
Die nun folgenden YOUR DEMISE sind momentan auf großer Abschiedstour und so ist die Zeltbühne gerammelt voll. Es folgen alle Hits wie "Miles Away" und "The Kids We Used To Be" und somit steht dem gebührendem Abriss nichts mehr im Wege.

Während sich meine Mitstreiter nach YOUR DEMISE auf den Weg zum Zeltplatz machen, verbleibe ich noch an der Hauptbühne, um mir DOWN reinzuziehen. Dabei entpuppt sich der sonst so wortkarge Frontmann Phil Anselmo als grandioser Entertainer, der zwischen den Songs sich dem Faxen machen hingibt und dadurch alles andere als wie ein Urvieh wirkt. Ach ja, der Sludgemetal von DOWN konnte auch einiges.

MOTÖRHEAD...ach ne. PARKWAY DRIVE
Als Headliner sind nun Parkway Drive an der Reihe, welche lediglich als Co-Headliner für MOTÖRHEAD vorgesehen waren. Da aber MOTÖRHEAD krankheitsbedingt abgesagt haben, dürfen die Australier nun als letztes ran und die geben sich alle Mühe, mehr als nur ein adäquater Ersatz zu sein. Hat trotz aller Hits nicht ganz geklappt. Das nächste mal vielleicht.

Heimelige Stimmung auf dem Zeltplatz
So verehrte Leserschaft, dies war der erste Streich. Der nächste mit den restlichen 2 Full-Force-Tagen folgt morgen...

Dienstag, 11. September 2012

xxxSÜß-SAUERxxx

Yo,

es ist vollbracht: Die diesjährige Usinger Kerb ist geschafft und mir geht es erstaunlich gut. Lediglich das übermäßige Schwitzen nach der Kerb (der sogenannte "Kerbeschwitz") bereitet mit etwas Unbehagen. Aber fangen wir doch von vorne an:

Kerbfreitag:
Am Kerbfreitag findet ja bekanntlich das traditionelle Flunkyballtournament im Schlosspark statt. Da unser Team, das "Mighty Mighty Biergeschwader" aufgrund widrigster Umstände (Arbeit und Antibiotika) nicht an den Start gehen kann, besuche ich mit Ace und Gebbi den Freundschaftskick der SGE gegen Blau-Schwarz Bornheim. Bei Bier und Kaiserwetter werden wir Zeuge eines "rassigen" Spiels ohne Fouls, Karten und Toren. Naja, immerhin berechtigt mich die Eintrittskarte, den Heckenexpress nach Usingen zu benutzen. In der Bahn treffe ich leicht angetüdelt den Rochen, der sich von Ravensburg aufgemacht hat, um die Kerb mit seiner Anwesenheit zu beehren. Da wir beide Bierdurst haben, quatschen wir kurzerhand einen Fahrgast im Abteil an, ob er Bier dabei hat. Er bejaht und händigt uns ohne Murren eine Dose 5,0 aus. Daumen hoch dafür.

War was?
Kaum sind wir in Usingen eingetroffen, geht es auch sogleich ins Festzelt, um Zeuge der "Fetenhitsparty"zu werden. Der restliche Kerbepöbel ist auch schon am Start und entsprechend hart geht es ans eingemachte...

Kerbsamstag:
Überraschenderweise wache ich am Samstagmorgen ohne größere körperliche Beschwerden auf und bin dementsprechend überrascht. Wahnsinn, und das in meinem Alter. Also nix wie los an die Bushaltestelle, um das traditionelle Prä-Biertrinken einzuläuten. Als ich eintreffe, ist der übliche Pöbel schon am Start (inklusive Bierbank) und wir werden Zeuge einer Hochzeit, die im gegenüberliegenden Standesamt stattfindet. Wir sind natürlich hellauf begeistert aber die Hochzeitsgesellschaft dürfte sich wohl ein gesittetes Umfeld gewünscht haben.

Läuft, würd ich sagen...
Ah, die feine Gesellschaft
La dolce vita
Punkt halb 7 brechen wir auf, um uns die besten Plätze im Kerbezelt zu ergattern was auch angesichts der gähnenden Leere auch nicht weiter problematisch ist und fröhnen weiter dem Bier trinken. Leider kommt aus unerfindlichen Gründen nicht die rechte Stimmung auf und auch die Ansprache des "Kerbevadders" sowie des Bürgermeisters sind alles andere als gelungen. Deshalb beschließe ich kurz vor Mitternacht, den Heimweg anzutreten und die Ressourcen für die kommenden zwei Tage zu schonen.

Kerbsonntag:
Wieder erwache ich morgens ohne Kopfschmerzen und/oder Übelkeit aus meinem Kerbeschlaf. Überragend, kann ich dazu nur sagen. Also mache ich mich fertig, halte noch einen kurzen Schwatz mit meiner werten Frau Mutter und trete den Marsch zum Festzelt an. Dort angekommen entdecke ich sogleich den Biergarten hinter dem Festzelt, in dem meine Mitstreiter versuchen, die Furchen der Vortage wieder aus dem Gesicht zu trinken. Das gelingt dann den meisten dann auch ganz gut, so dass wir zum Kerbetanz bei DR. POLDIS ROCKSPITAL wieder kraftstrotzend auf den Bierbänken stehen. Überraschenderweise ist die Combo absolut top und heizt die Stimmung im Zelt mit alten sowie neueren Hits ordentlich ein. Als dann OFFSIDE die Bühne betreten, fällt der Stimmungspegel ins Bodenlose. Liegt wohl an der recht lustlosen Performance der betagten Truppe. Glücklicherweise darf dann noch mal die Vorband auf die Bretter und rettet mit Ace Of Spades von MOTÖRHEAD den Abend...

So hält man sich ungebetene Mittrinker vom Leib...

Kerbmontag:
Kerbmontag ist ja bekanntlich Feiertag und daher schiebt man noch einen Schoppen nach. Also nix wie runter in den Kerbebiergarten und den Umsatz ankurbeln. Um dem toten Bierwiesel auf meiner Zunge Herr zu werden, steige ich nach einem Bier auf Sauergespritzen um, was bei einigen meiner Mitstreiter auf Gegenliebe stößt. Dabei gerät Hases's Bestellung "Ey Oli, bring mir bitte einen Süß-Sauer mit!" für kurze Zeit zum Dauerbrenner.

Läuft erschreckend gut...
Zum Kerbetanz mit DJ RENE geht's es dann wieder geschlossen ins Festzelt, um noch einmal Vollgas zu geben. Die Schnulzenschlager aus der Konserve des DJ's sind dabei nicht gerade stimmungsfördernd aber wir amüsieren uns trotzdem. Gegen Mitternacht werden wir dann aus dem Zelt gefegt und ein nimmersatter Haufen begibt sich daraufhin noch in Usingens Spelunke Nummer 1, das Mau Mau. Die maulende Bedienung ist alles andere als begeistert über unsere Anwesenheit und macht alles, um uns den Aufenthalt so unangenehm wie möglich zu machen. Uns ist das mehr als egal, harren noch bis halb 3 morgens aus und lassen somit die Kerb gediegen ausklingen...

Mittwoch, 5. September 2012

xxxWIE JEDES JAHRxxx

Yo,

noch zwei Tage und dann Urlaub. Aber diesmal so richtig und nicht nur wieder so ein paar Kleckertage wie in den letzten Monaten. Und damit sich das erholen auch lohnt, gibt es ab Freitag Freizeit für's Gemüt, auch Usinger Laurentiuskerb genannt. Ich bitte um zahlreiches erscheinen...

Kerbeprogramm:
  • Freitag: Zunächst internationales Flunkyballtournament im herrschaftlichen Schloßgarten zu Usingen. Beginn müsste 15:30 Uhr oder so sein. Danach besteht die Möglichkeit, die Fetenhitsparty im Kerbezelt zu besuchen. Zu hören gibts, klar, Fetenhits und einen Reisegutschein kann man auch noch gewinnen. Immerhin...
Ausdauer in ALLEN Disziplinen ist gefragt...
  • Samstag: Zunächst hartes Abasseln an der Bushalte (aka chez Jochen) um eine gepflegte Hopfenkaltschale zur Mittagszeit einzunehmen. Dann geht's ab in die heiligen Hallen (Kerbezelt), um dem Herrn "Bürjemeister" um 20 Uhr beim mighty Fassanstich zu bewundern sowie dem "Kerbevadder" ein saloppes "Halt dei' Maul" angedeien zu lassen. Musikalische Unterhaltung gibt es von der Schützenkapelle FI-HU (wie jedes Jahr) und den GIPFELSTÜRMERn (wie jedes Jahr).
Es ist aber auch zu schön...
  • Sonntag: Morgens kann man (wie jedes Jahr) eine Vielzahl stattlicher Pferde bewundern und eine Runde über den Laurentiusmarkt schlendern. Oder man hockt sich gleich zum Frühschoppen ins Bierzelt und fröhnt dem leicht wässrigem Kerbebier. Dabei lässt es sich wunderbar dem traditionellen Kerbetauziehen sowie der Siegerehrung des mindestens genauso traditionellen Kerbeschießen beiwohnen. Tanz und Unterhaltung gibt es wie immer von FI-HU, OFFSIDE und (achtung, jetzt kommts) DR. POLDIS ROCKSPITAL. Knaller.
Volles Zelt und verschwommener Blick
  • Montag: Der letzte Tag, um adäquat Gas zu geben und sich entgültig aus dem Leberspenderpool zu schießen. Wem das nicht behagt, der kann sich ländliches Viehzeug auf der 59. Tierkreisschau zu Gemüte ziehen oder allerlei Tand wie supersaugstarke Wischlappen, Fusselsocken oder T-Shirts mit gealterten Wrestlingstars auf dem Laurentiusmarkt käuflich erwerben. Für alle anderen gibt's halt Bier, FI-HU und zum Abschluss Kerbegehopse mit DJ RENE. Alternativ gibt es Fusel in der Abferkelbox...wie jedes Jahr.
Miese Affenbande!

Kerbemusik:
SLAPSHOT-Greatest Hits, Slashes & Crosschecks
THROWDOWN-Venom & Tears
TRAGEDY-Nerve Damage