Montag, 5. Mai 2014

xxxSONNIGER ABSCHIEDxxx

Yo,

pünktlich zur Verabschiedung des scheidenden Übungsleiters der Frankfurter Eintracht kam noch einmal die Sonne über dem Stadtwald heraus. Das war wirklich schön...der Kick der Hausherren dafür umso weniger!

Das Wetter ist wirklich zum vergessen. Der Blick aus dem Fenster offenbart einen wolkenverhangenen Himmel und die Bäume neigen sich arg im Winde. Schmollend krame ich den Pullover aus dem Schrank hervor, den ich vor ein paar Wochen in überschwenglicher Vorfreude auf ein paar warme Monate eingemottet hatte. Aber man will sich ja "net de Bibs hole", wie es doch so schön im Volksmund heißt und so mache ich mich gut präpariert auf dem Weg zum Imbiss am Hauptbahnhof, um mit Tim und Geppi das letzte Heimspiel der Saison in Angriff zu nehmen. Bei einer gepflegten Hopfenkaltschale aus heimischer Produktion nehmen wir das obskure Publikum in Augenschein, dass wie immer um den Bahnhof umherschleicht und Schabernak treibt. Aber wir verweilen nicht zu lange, da am Container der UF97 traditionsgemäß die Jungs der Bembelbar am letzten Heimspiel der Saison zum Tanz auflegen. Auf dem Weg dorthin befindet sich Geppi mal wieder in allerbester Meckerlaune und gibt bei jeder Gelegenheit kund, dass er eigentlich gar kein Bock auf das Spiel hat und am liebsten nach Hause fahren würde. Immerhin läuft ja später die Sportschau in der Glotze. Nach einigem hin und her hat er einen Käufer (kleiner dicker Mann) für seine Dauerkarte gefunden (15 Euro und ein Bier) und schwuppdiwupps ist er auch schon über alle Berge. Sachen gibts...aber egal. Die Bembelbar rockt, dazu hin und wieder ein kostvolles Dosenbier und selbst die Sonne traut sich aus ihrem Wolkenversteck hervor. Ausgezeichnet!

Allerhand was los...
Dann entern wir auch schon die Spielstätte, diesmal ungewöhnlich pünktlich. Schliesslich will man die Verabschiedung des Noch-Trainers Armin Veh nicht verpassen. Selbige fällt dann recht überschwenglich aus, es gibt Spruchbänder mit diversen Danksagungen, Herri überschlägt sich förmlich mit warmen Worten und immer wieder erschallt "Europacup in diesem Jahr" von den Rängen. Da bekommt selbst ein emotionsloser Klotz wie meine Wenigkeit eine Gänsehaut.

Gleiches Bild wie immer...
Dann wird auch schon das Spiel angepfiffen und es gibt Überraschungen in der Startformation: Kempf (von meiner Arbeitskollegin nur "Die Maschine" genannt) und Stendera dürfen von Beginn ran aber viel hilft es nicht viel: Das Spiel entwickelt sich wie erwartet und die Gäste erspielen sich recht gediegen einen 2:0-Vorsprung und so plätschert der Kick dann ohne größere Höhepunkte seinem Ende entgegen. Nun ja, Tradition wird hier noch groß geschrieben. Aber der Trübsal hält sich heute in Grenzen, man schwingt lieber das Tanzbein am Stand der Bembelbar und genießt in angenehmer Atmosphäre die letzten Sonnenstrahlen des Tages...

Freitag, 2. Mai 2014

xxxAN OLD FLAMExxx

Yo,

morgen steigt ja bekanntlich das letzte Heimspiel der magischen SGE in dieser Saison und was dürfte da musikalische besser passen, als die neue Best Of-Scheibe der VANILLA MUFFINS.

Das erste Mal habe ich das Schweizer Trio als Vorband von PETER & THE TEST TUBE BABIES (Konzertbericht gibts hier: KLICK) in der (alten) Batschkapp 1998 gesehen. Dabei begeisterte mich die Band mit ihrem melodischen Streetrock (besser bekannt als Sugar Oi!) derart, dass ich mir ihr Album The Devil Is Swiss nach der Show auf Tape zugelegt habe, welches ich in der nächsten Zeit dutzende Male durchnudelte. Die nächsten Alben besorgte ich mir dann auch flugs als Sicherungskassettenkopie (müsste von Ace gewesen sein, oder?) und irgendwann in all den Jahren verlor ich die Combo aus den Augen. Liegt vielleicht daran, dass sie nicht wieder in den Breiten des Rhein-Main-Gebietes auftraten aber who knows? Naja, jedenfalls suchte ich zufälligerweise in den Weiten des Internet (Das Internet? Gibt's den Blödsinn immer noch?) nach Musik, als ich auf The Triumph Of Sugar Oi! stieß und ich umgehend in die Zeit der frühen Nullerjahre katapultiert wurde. Und da ich mittlerweile kein Tapedeck mehr besitze, um die Alben der VANILLA MUFFINS zu hören, orderte ich sofort diese feine Scheibe. Und was kann man dazu sagen? All Killer, No Filler. Gut, wie es bei Best-Of-Platten nun mal üblich ist, fehlt der ein oder andere Song (ich vermisse z.B. "I Wanna Be Somebody", "Up Your Irons" oder "Scoring Goals") aber bei dieser Hitdichte kann ich es verschmerzen. Oder ich schaffe mir einfach wieder ein Tapedeck an...

Sugar Oi! Will Alwasy Win...

Tracklist:
  1. The Sugar Oi! Jive
  2. Ladies Choice
  3. My Angel
  4. Storm Over England
  5. Blue Red Forever
  6. You Come Back To Switzerland
  7. The Drug Is Football
  8. Brigade Loco
  9. Saturday
  10. Mommy, Can We Stay Young?
  11. Comrades
  12. No Punkrock In My Car
  13. The Mob From Kannenfeldpark
  14. The One And Only

Freitag, 11. April 2014

xxxFAST DURCH...ABER AUCH NUR FASTxxx

Yo,

was müssen meine müden Augen da sehen? Fast ein ganzer Monat ist seit meinem letzten Post ins Land gezogen. Unfassbar! Aber sowas von. Dabei ist doch soviel passiert und da die magische Sportgemeinde aus dem schönen Frankfurt am Main so gut wie durch ist (sprich den Klassenerhalt klar gemacht hat) gibt es hier einen kurzen Abriss über die vergangenen Spiele dieser Überübermannschaft:

Scheiss Nürnberg vs. Sportgemeinde Eintracht (2:5)
Was für ein Zitterspiel durfte ich da mit Marius Machete im Mistik Imbiss über mich ergehen lassen. In einem Spiel überschaubarer Qualität (der Kommentator lobt hingegen die hohe Qualität des Kicks) führt zunächst die Eintracht mit 3:0 bis die Franken mit zwei Sonntagsschüssen auf 3:2 verkürzen. Mir bleibt da fast mein Falafelsandwich im Halse stecken aber glücklicherweise legt die SGE das divenhafte ab und legt mit zwei weiteren Toren nach und macht dadurch den Sack zu.

Siehste Achim, da hab ich dein Bild doch noch verwendet...
Sportgemeinde Eintracht vs. Scheiss 'Gladbach (1:0)
An den letzten Heimsieg gegen die Borussen kann ich mich nur sehr wage erinnern und der fand irgendwann Mitte der 90er statt (2:1). Nun ja, an diesem lauen Abend besticht Djakpa mit einer grandiosen Leistung und Joselu knipst die Eintracht mit seinem Tor zum ersten Heimsieg gegen diese Borussia seit...nun ja, wahrscheinlich den 90ern.

Scheiss Wolfsburg vs. Sportgemeinde Eintracht (2:1)
Statt das Spiel zu sehen, verkaufe ich Getränke auf der Aufstiegsfeier der Damenmannschaft der TGS Seligenstadt und verfolge das Spiel mit einem Gleichgesinnten auf meinem Wischtelefon. Die SGE führt mit 1:0 und ich öffne mir erst mal ein Bier. Dann sorgt Herr Gagelmann standesgemäß dafür, dass die Eintracht auf die Verliererstrasse gerät. Danke hierfür und ich öffne mir erstmal ein Bier.

Sportgemeinde Eintracht vs. Scheiss Mainz (2:0)
Auch dieses Spiel kann ich nicht verfolgen, da ich im wunderschönen Bologna weile. Aber dank Wischtelefon bin ich auf dem neuesten Stand und begiesse den (zugegebenermaßen) unerwarteten 2:0 Heimsieg gegen diesen Verein voller Langweiler und Zahnarztgattinnen mit einem schalen Bier einer bekannten italienischen Brauerei. Das Leben kann so schön sein.

Bologna. Auch schön...

Montag, 17. März 2014

xxxKÜNSTLERPECHxxx

Hey Eintracht Frankfurt,

was war das doch für ein Spiel gestern gegen den Freiburger SC im Stadtwald. Du spieltest wie in der Hinrunde der Aufstiegssaison einen herrlich offensiven Fussball, schnürtest die Gäste aus dem Breisgau nach Belieben in deren Hälfte ein und ließest den Ball mit allerlei Finesse zirkulieren. Selbst der totgesagte Takashi Inui war wieder erstarkt und brillierte mit der ein oder andere Finte und ließ Zuckerpässe aus dem Fußgelenk zucken. Blöd nur, dass der SC bei seinen mickrigen fünf (!) Torschüssen ganze vier (!) Tore erzielte und du für ein mickriges Tor ganze 26 Versuche (!) benötigtest. Aber hey, wie heißt es doch so schön? Du hast viel zu viel Qualität um abzusteigen. Genau wie damals im Jahre 2011. Machen wir uns daher keinen Kopf, es wird schon irgendwie klappen mit dem Klassenerhalt.Hier ein Pünktchen, dort ein Pünktchen und die Konkurrenz patzt bestimmt auch noch ein paar mal. Wäre doch gelacht, nicht wahr?

Es grüßt hochachtungsvoll

Der Blogwart
Man braucht ja auch mal was zur Erheiterung...

Freitag, 14. März 2014

xxxBRAUKUNST AN DER TANKSTELLExxx

Yo,

wie jeder andere Mensch auch, pflegt meine Wenigkeit seine morgendlichen Rituale. Eines davon ist der kurze Blick auf die Webpräsenz der grünen Bild Frankfurter Rundschau. Da entdeckte ich gestern dann auch diesen Artikel über die "Bier-Manufaktur" namens "Braustil". Tja und so stattete ich diesem Etablisement spontan einen Besuch ab.

Das "Braustil" befindet sich mitten auf dem Oeder Weg in den Räumlichkeiten einer alten Tankstelle, was zunächst nach geringer Behaglichkeit klingt. Jedoch haben die Macher hier einiges an Arbeit geleistet, um ein gemütliches Ambiente zu schaffen. Das ehemalige Kassenhäuschen dient als Ladenlokal mit Ausschank und ist im groben Holz und Edelstahl gehalten.Hinter dem Tresen befindet sich der Braukessel, der einmal die Woche zum Einsatz kommt. Wo früher Zapfsäulen die durstigen Kraftfahrzeuge mit Sprit versorgten, stehen nun zahlreiche Bierzeltgarnituren für die Gäste bereit. Wer zuviel Bier getrunken hat und sich erleichtern muss, kann sich beim Wirt einen Schlüssel holen, um das Gebäude laufen und dort das saubere WC aufsuchen.

So sieht es aus, das Helle...
Zu verkosten gibt es ein Helles, ein Hefeweizen sowie das sogenannte "Nordend-Lager". Bis auf das Hefeweizen habe ich alle Biere probiert und alle beide munden sehr gut. Das Helle besticht durch seinen leicht zitronigen Abgang und ist dadurch wie geschaffen für die heiße Jahreszeit. Das Lagerbier weiß auch zu gefallen, dürfte aber eher etwas für die kühleren Monate sein. Ach ja, demnächst warten die Inhaber mit neuen Sorten auf.

Zu einem guten Bier gehört natürlich auch ein deftiger Snack. Leider bietet das "Braustil" keine Speisen an, was aber kein Problem ist da die Inhaber einen Deal mit dem benachbarten "Wild Schmidt" haben, der die hungrigen Gäste bei Bedarf versorgt.

Bewertung:
  • Lage: Das "Braustil" befindet sich wie schon beschrieben mitten auf dem Oeder Weg und ist somit im kleinen urbanen Zentrum des Nordend beheimatet. Hier kann man dem regen Treiben der Einheimischen bei exquisitem Bier seelenruhig zuschauen und verweilen. Wenn man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen möchte, so steigt man an der U-Bahnhaltestelle "Grüneburgweg" aus und muss einen circa 5 minütigen Fussmarsch über sich ergehen lassen.4 von 5 Punkten.
  • Bedienung: Gibt es so gesehen nicht. Wenn man etwas trinken möchte, so muss man sich an den Tresen im Ladeninneren begeben und dort ordern. An für sich kein Problem aber eine entsprechende Info wäre nett gewesen. Daher 3 von 5 Punkten.
  • Interieur: Wie oben beschrieben ist das "Braustil" mit groben Holz, viel Edelstahl und dem Braukessel ausgestattet. Zudem befinden sich ein paar Kühlschränke im Ladeninneren, in denen die Flaschen zum mitnehmen gelagert werden. Hier wird eindeutig nicht der typische Wirtshausgast angesprochen, sondern das junge, urbane Publikum. Einziger Minuspunkt: Im Winter dürfte es verdammt eng im Laden werden. Gefällt trotzdem. 4 von 5 Punkten.
  • Preise: Da es sich um eine Kleinstbrauerei (neudeutsch: Microbrewery) handelt, ist der Stoff entsprechend kostspieliger. Für das 0,4er Helle muss man 4,50 Euronen blechen. Aber man gönnt sich ja sonst nix. 3 von 5 Punkten.
  • Publikum: Jung und urban. Was im Nordend halt so rumläuft. Ein gemischtes Publikum wäre mir lieber aber vielleicht kommt das ja noch. Daher 3 von 5 Punkten.
  • Extrastern: Mmh, ja...gute Frage. Ach ja, für die liebevolle Gestaltung und natürlich das Bier. Ab dafür...

Samstag, 1. März 2014

xxxAND NOW IT'S OVER...xxx

Yo,

seit 2 Tagen ist es grausame Gewissheit, dass die magische SGE nicht mehr im europäischen Geschäft mitmischen darf. 3:3 Zuhause gegen den FC Porto, nachdem man 2:0 und später noch einmal mit 3:2 geführt hat. Vorbei der schöne (aber auch etwas utopische) Traum, die nächste Runde gegen Swansea (mein eigentlicher Favorit) oder Neapel zu bestreiten. Ein weiterer Road-Trip in die Ferne mit unendlich vielen "Wahnsinnigkeiten" und einer Eintracht, die auf den Platz alles gibt. Vorbei! Stattdessen: Der Aufprall in der harten Wirklichkeit. Spiele im grauen Niemandsland der Liga ohne Aussicht auf ein Entrinnen. Aber es bleibt die Hoffnung auf ein Wiederkommen. Irgendwie...

Europacup-i'm missing you!


Schön wars...

Montag, 24. Februar 2014

xxxI AM JAY JAYxxx

Yo,

eigentlich müsste ich hier an dieser Stelle einen Spielbericht des müden 0:0 der Eintracht gegen dezimierte Bremer niederschreiben aber dafür fehlt mir dann doch etwas die Muse. Stattdessen schreibe ich lieber etwas über den Fototermin mit dem UEFA-Cup und Jay Jay Okocha, der am Samstag stattgefunden hat. Passt ja auch viel besser zum furiosen Europapokalauftritt der SGE (und uns, hüstel) in Porto.

Nun ja, am Samstag erwache ich wohl ausgeruht von meinem Portotrip (Reisebericht hier: KLICK) und nach einer kurzer Orientierungsphase schnappe ich mir mein Wischtablett und schaue in den Weiten des Internet (Internet? Gibt's den Blödsinn immer noch?) nach Neuigkeiten. Zufällig entdecke ich dabei, dass an diesem Tag der original UEFA-Cup im MyZeil ausgestellt wird und als besonderes Schmankerl gibt es eine Fototsession mit Jay Jay Okocha obendrein. Haha, nice. Passt ja gut in die momentane Europacupeuphorie. Also nix wie rein in den Tetra Pak-Trikotfummel und ab in die City. Im MyZeil ist vor der Fotobox schon eine derbe Schlange und so stelle ich mich etwas entnervt an deren Ende. Nach ein paar Minuten kommt eine Dame mit einem Kameramann im Schlepptau auf mich zu und bittet mich um ein Interview. "Ja, gut. Warum nicht" denke ich mir und beantworte lässig ein paar Fragen über Okocha und seine Zeit bei der Eintracht. Dabei darf natürlich der famose Hackentrick im Spiel gegen Dynamo Dresden und das Jahrhunderttor gegen Oliver Kahn nicht fehlen. Nach gut 2 Minuten ist der ganzen Spuk auch schon wieder vorbei und mir wird erst jetzt bewusst, wie hart ich am abschwitzen war. Egal, lag bestimmt am Scheinwerfer.

Keine 10 Minuten nach dem Interview kommt ein extrem wichtig tuender Herr auf mich zu und fragt: "Entschuldigen Sie aber sind Sie alleine hier?" Ich bejahe die Frage, werde prompt an der Warteschlange mit dem böse dreinschauenden Pöbel vorbeigeführt und finde mich sogleich in einem improvisierten Fotostudio mit Jay Jay, dem Pokal und einem anderen Eintrachtfan wieder. Wir werden neben der Trophäe in Stellung gebracht, vor uns balgen sich ein paar Fotofritzen um den besten Platz und los geht das Blitzlichtgewitter. Irgendwie sind alle drei überfordert, jeder versucht ansatzweise sympathisch/locker/freundlich/begeistert auszusehen aber gelingen will das nicht so recht. Am Ende gibt es dann noch Shake-Hands mit Jay Jay, einen Kinderfussball als Dankeschön obendrauf und schon werden wir von dem wichtigen Herrn aus dem Fotostudio gedrückt. Leicht irritiert tapse ich mit dem Fussball in der Hand zum Ausgang, sortiere in Gedanken die skurrile Aktion und muss dann lauthals lachen.

Da isser: Jay Jay und der Pott...
Der Artikel dazu ist in der FNP erschienen, einsehbar hier: KLICK